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Jedes
Jahr eine arme Sau
eine Beileidsbekundung.
Er hat ja nichts zu lachen, der
große Dicke mit der roten Dienstkleidung. Daß er
sein Konterfei schon seit Mitte September in jeder Tankstelle
kollonenweise und in Staniolpapier eingepackt sehen muß,
wäre noch zu ertragen: Ausgehend vom vermutlich geringen
Spritverbrauch seiner Rentiere kann man annehmen, daß
er dort nicht allzuoft halt macht. Aber am Fernsehen kommen
seit Erfindung der Satelitenschüssel auch Nordpolbewohner
nicht vorbei! Obwohl er mit seinen weißen Haaren nicht
zur eigentlichen Zielgruppe der Werbespots gehört, muß
er es sich ansehen. So oft kann auch er mit seiner altersschachen
Blase die Unterbrechungen seiner Lieblingsserie nich sinvoll
nutzen.
Weihnachtsmänner bis zum Abwinken.
Und er, der Echte, bekommt keinen Pfennig! Sie fallen durch
Kamine und bieten Weihnachtskaffee (mit gerösteten Tannennadeln?)
feil, spielen mit Rennbahnen und werben für Mikrowellen
und Weihnachts-CDs.
Werden da eigentlich Lizenzgebühren gezahlt, frage ich
mich? Was ist mit der Rufschädigung? Wenn die Leute für
die Sachen, die der Doppelgänger mit Wattereuschebart anbietet,
im Laden zahlen müssen, ist es doch aus mit dem "guter
Onkel"-Image. Auch bei einem Rutenträger, der in der
Bank Lebkuchen mit angehefteten Kontoeröffnungsanträgen
verteilt, vermutet man alles, außer lauteren Hintergedanken.
Da wäre mal Geld fällig. Und zwar saftig, schließlich
muß der himmlische Sacktransporteur die ganzen Sachen,
für die er wirbt, am heiligen Abend auch noch unter die
Christbäume schleppen, während sich die Herren Werber
in der Südsee unter geschmückten Palmen räkeln.
Wie du siehst, lieber Nikolaus, ich verstehe dich. Und wenn
du morgen früh meinen Stiefel nicht füllst, dann verstehe
ich das. Ich würde an deiner Stelle zuhause bleiben, weil
mir der ganze Rummel auf jenes Teil geht, das du normal auf
dem Rücken trägst.
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