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Dienstag, Dezember 10, 2002
 
Ich werde Kursteilnehmer von Beruf


Was für ein rauschender Erfolg!! Nachdem ich gestern abend noch frustriert das Bett angesteuert habe, weil Phoenix im Zusammenspiel mit Blogger meine Ausführungen über Gruppendiskussionen ins Nirwana, nicht aber auf allbutme.com verfrachtet hat, habe ich heute die sauer in der ersten Woche verdienten Lorbeeren geerntet: Jawohl, auch die Bewerbertrainerin Nr. 2 würde mich spätestens nach meinem heutigen Vorstellungsgespräch einstellen. Was läßt sich daraus schließen? Nach längerem Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, daß ich professioneller Kursteilnehmer werden sollte, da ich auf diesem Gebiet ja offensichtlich begabt bin. Als wandelndes Erfolgserlebnis lasse ich mich gerne in allen Varianten motivieren, schulen und trainieren. Gerne gehe ich meinen Kurskollegen auch mit routiniertem Eifer als gute Beispiel voran.

Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch inwieweit die Simulation eines Bewerbungsgespräches wirklich Sinn macht. Welche Firma stellt schon einen Langzeitarbeitslosen als Personalchef ein? Wir Verändert es die Situation, wenn ich weiß daß die Oberin des Diakonissen-Ordens bei dem ich mich bewerbe, einen Freund hat und gerne bald Kinder hätte? Würde ich auf eein höheres Gehalt auch dann selbstlos verzichten wenn es wirklich um Kohle ginge?

Der Langzeitarbeitslose ist da ehrlicher: Erstellt sich morgen für eine Stelle als Key Financial Officer vor. Im Vorstellungsgespräch wird er darum kämpfen müssen, einen schüchterenen Geologen und eine Esoterikerin zu überzeugen. Das nenne ich hart.
Nun denn, wer weiß, wo ich eine Stelle als professioneller Kursteilnehmer bekommen kann, soll sich melden - bis dahin bleibe ich halt professioneller Amateurblogger und Bewerber. Is ja auch was.

Eine andere Alternative wäre natürlich, eine Truthahnzucht zu eröffenen. Dieses schmackhafte Tier, in Deutschland auch als die gute Pute bekannt und offensichtlich nicht sehr beliebt: Wir suchen schon seit Tagen wo man ein solches Federvieh erwerben kann, haben aber erst einen Bauer gefunden, der behauptet Puten zu verkaufen. Jetzt wird es gespenstisch: Ruft man die Telefonnummer dieses Bauern an, dann nimmt niemand ab. Stattdessen sagt nach geraumer Zeit eine unpersönliche Stimme auf englisch, daß man einen Code eingeben soll. Habe ich endlich den toten Briefkasten der CIA in Kusterdingen gefunden? Ist die Putenzucht nur Tarnung für Schlimmeres ? Fragen über Fragen, während sich die eisige Nacht über das Land senkt. Wer weiss, was morgen kommt?

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