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Dienstag, Dezember 31, 2002
Noch einmal schlafen... ...und dann ist es wieder rum für ein Jahr mit der Feierei. Sydney hat es schon hinter sich, habe ich vorher im Fernsehen gesehen. Die habens gut! Allen die noch nicht soweit sind, wünsche ich eine stille und geruhsame Nacht, womöglich eingeläutet mit einem guten Glas Rotwein. Wer für einen guten Schlaf auch auf eine Dosis ungehemmter Heiterkeit angewiesen ist, kann ja noch bei den geheimen Herr-der-Ringe-Blogs vorbeisurfen. Aber nicht zu lange! Wachbleiben kann man den Rest vom Jahr, heute gilt es ein Zeichen zu setzen! Bis nächstes Jahr - Gähn! Montag, Dezember 30, 2002
Oh je, und das in dem Alter! Einer der mich kennt und solo ist hat mich heute angerufen um mir mitzuteilen, daß er zu der neuen Freundin eines anderen, den ich kenne, nichts sagt. Bei dem findet eine Sylvesterparty statt, zu der der, der angerufen hat nicht eingeladen ist. Er hat aber mir empfohlen, daß ich hingehe, damit ich die Frau kennenlerne, zu der er nichts sagt, außer daß mein Bruder gesagt hat, sie sei hübsch. Außerdem wäre sie auch nett und das würde ihn bei unserem gemeinsamen Bekannten nachdenklich machen, wie der das wohl hinbekommen habe? Aber er wolle nichts gesagt haben. Ich habe dann zu bedenken gegeben, daß ich zu Sylvester lieber nichts sage, und deshalb eigentlich nirgends hingehen wollte, aber aufgrund seiner Aussage und der Aussage meines Bruders mal meine Frau frage, ob wir doch hingehen. Er hat daraufhin gesagt, daß er nichts gesagt hat, und das besonders wenn mich jemand gefragt hat ob er was gesagt hat. Ich habe ihm im Folgenden bestätigt daß ich auch nichts gehört habe, zumal er auch leise spricht, und wenn ich überhaupt was gehört habe, dann weiss ich auch nicht von wem. Wir haben dann in der Gewißheit aufgelegt daß wir garnicht telefoniert haben. Dann hab ich zu meiner Frau gesagt, sie soll gesund werden, weil wir morgen abend dringend auf eine Party müssen, Sylvester hin oder her. Sonntag, Dezember 29, 2002
the final Feier: Endspurt am Herd Frau gesund, Kinder satt und die Schwaben haben den Truthahn auch ohne Soße überlebt. Jawohl, nachdem die Küche geputzt ist und der Gugelhupf noch eine dreiviertel Stunde braucht habe ich Zeit, Bergfest zu feiern: Das Anstrengenste dieser Feiertage liegt hinter mir, und ohne daß ich mich loben will muss ich doch sagen: Alles in allem hat es soweit geklappt. Ok, ich musste an Heiligabend in einer spontanen Aktion die Soße zum Truthahn wegleeren, weil sie absolut scheisse geschmeckt hat. Ich habs aber niemand erzählt und die Cranberrysauce als die einzige Soße verkauft, und alle waren zufrieden. Auch konnte ich natürlich nicht wissen (heute), daß Kinder von der schwäbischen Alb keinen Caramelpudding kennen, was sich aber relativ einfach durch die Herausgabe des Joghurtvorrates meiner Frau ausbügeln ließ. Ansonsten ist unsere Küche durchweg gelobt worden, wobei es mich mit besonderer Genugtuung erfüllt hat, daß meine Frau vor Gästen auf Nachfrage zugeben musste, daß Sie nicht weiss wie der Herd funktioniert. Geschenktechnisch hat es dieses Jahr auch soweit hingehauen, außer daß der Vater des einen Patenkindes etwas räs ist, weil wir dem Sohn die Comics geschenkt haben, die er von den Eltern mit Absicht nicht bekommt - Nah dem alten Grundsatz, daß Verbotenes immer ankommt. Beim anderen Patenkind sind die Eltern noch nicht sauer, weil sie das singende und sprechende Buch erst zuhause ausprobieren wollen. Wir haben es schon ausprobiert und wissen seither, daß es einen durchschnittlichen Erwachsenen in weniger als einer Stunde in den Wahnsinn treiben kann, weil es u.a. gerne in einer Endlosschleife "alle Vögel sind schon da" spielt und man den Ausschalter nicht findet. Wir sind ehrlich gesagt froh, daß wir es aus dem Haus haben. Weihnachten ist rum! It´s only downhill from here ;-) Freitag, Dezember 27, 2002
Mit 200 PS in den Sonnenaufgang ist schon geil - hat sich mein Vermieter anscheinend heute gedacht, weshalb ich schon um sieben aufwachen musste, als er mit dem großen Fendt zum pflügen ausgerückt ist. Da auch die Jungbauern Ferien und dazu jeder einen eigenen Traktor hat, geht es hier seither rund ums Haus zu wie im Bienenschlag. Zur Erhaltung meines Nachtschlafes muss ich wohl mal versuchen, den Jungs andere Ziele für ihre Schlepperfahrten schmackhaft zu machen. Vieleicht schaffe ich das ja im neuen Jahr, das leider erst anfängt wenn man Sylvester erfolgreich hinter sich gebracht hat. Ich verstehe bis heute nicht was es an Sylvester zu feiern gibt. Erfahrungsgemäß war das alte Jahr wie es war, und das neue wird halt wie es wird. Kein Grund in ungehemmten Jubel auszubrechen. Ich finde Sylvesterparties eher peinlich, weil man danach von allen die guten Vorsätze kennt, die sie nacher nicht einhalten. Den ganzen Januar ist man dann damit beschäftigt, zur Kenntnis zu nehmen, wer doch wieder raucht, fett wird oder keinen Sport mehr macht. Ich nehme mir ja schon seit Jahren vor, an Sylvester nicht zu feiern. Einmnal einfach um neun ins Bett gehen, ohne Sekt, Böller und Dinner for one. Nichtmal einen doofen Hut. Einfach schlafen. Ist aber nicht zu machen, jedes Jahr gibt es einen zwingenden Grund auf einer dieser Sekt-und-Knabberzeug-und-um-zwölf-zum-Feuerwerk-raus-Feiern zu erscheinen, ob deshalb weil es ein geniales Feuerwerk gibt (in Boston) oder man die neue Freundin eines guten Freundes zum ersten Mal besichtigen darf (dieses Jahr) oder (früher) sich Kusinen persönlich angegriffen fühlen weil man Sylvesterfeiern für sinnlos hält: Keine Chance nicht zu feiern. Wenns wenigstens mein Geburtstag wäre, dann würde ich was geschenkt bekommen, aber so zwinge ich mich halt hin, trinke ein Glas Sekt auf alle guten Vorsätze und die Intelligenz und Weitsichtigkeit der Leute, die meinen, daß es nächstes Jahr besser wird, und nehme mir vor, daß ich nächstes Jahr ganz bestimmt nicht Sylvester feiere. Und daß ich mich bemühe hier keine Wörter zu vergessen und die Kommas richtig zu setzen. Und abnehmen sollte ich auch und mehr Sport machen und... Donnerstag, Dezember 26, 2002
Ganz so schlimm... ...war es dann garnicht, immerhin hat meine Frau an der Durchführung des heiligen Abends teilnehmen können, nachdem sie sich ausreichend medikamentiert hatte. Ich hab ihr dann heute erzählt was los war, nachdem sie zugegeben hat, daß sie sich an nichts erinnert. Immerhin hat uns ihr Zustand die Kirche erspart, was gut für unsere Nerven war. Meine werte Mutter und meine Schwiegereltern waren jedenfalls nach dem Gottesdienst k.o., nicht wegen der Predigt, sondern weil eine Frau auf der Empore gegenüber einen Anfall bekommen hat. Anscheinend war die Predigt eher paralysierend als erweckend, da die gesamte restliche Emporenbesatzung nur dumm zugeschaut hat wie die Frau sich auf Ihrem Stuhl wand. Wie mein Bruder berichtet hat jedoch meine liebe Mutter in gewohnter Manier und unter Ausnutzung der guten Kirchenakustik die Regie übernommen und dafür gesorgt daß ein Arzt gerufen und der armen Frau geholfen wird. Der Pfarrer hat indessen weiter gepredigt. Das bewegt mich seither: Wollte er die Menge beruhigen und war sich der einschläfernden Wirkung seiner Worte bewußt? Fällt die Frau jedes Jahr während der Predigt um? Wollte er kurzu noch auf den Punkt kommen, bevor er unterbricht? Hat er gemeint es merkt niemand? Bei uns war jedenfalls erstmal eine Runde Sherry nötig bis die Gemüter beruhigt waren. Danach haben wir nicht aufs Christkind gewartet sondern bis der Truthahn fertig wird, und zwischendrin haben wir Hofhund Arno noch eine Runde Weihnachtshundekuchen gebracht, damit er auch im neuen Jahr seiner harten Zweittätigkeit als Geisterhund nachgehen kann. Lustigerweise haben die Süßkartoffeln ihren geplanten Zweck als schockierende Beilage im Weihnachtsmenue voll verfehlt - meine Mutter und mein Schwiegervater sind seither vollends von meinen Kochkünsten überzeugt, meine Schwiegermutter ist auch begeistert und ich schüttle darob immernoch den Kopf. Mit der Fruchtbowle meiner Schwiegermutter kam dann die Stimmung zum Kochen, was sich unter anderem darin geäußert hat, daß meine Mutter in alter Familientradition Geschichten von früher ausgepackt hat und mein Schwiegervater sich immer heimlich nachgeschenkt hat. Der erste Weihnachtsfeiertag hat immer was bedrohliches, weil sich da die Geschwister meiner Mutter samt Kindern und deren Familien bei meiner Mutter treffen. Dazu baut man morgends immer praktisch die ganze Wohnung um und tischt die hundert Kuchen auf. Nach dem Kaffeetrinken wechselt man zur Politik und versucht die weniger frommen Familienmitglieder zu bekehren. Nachdem der Wein ausgeschenkt worden ist, gewinnt die Diskussion üblicherweise an Schärfe. Vorher hat man auch üblicherweise vereinbahrt, kein Abendessen einzunehmen, was meine Mutter üblicherweise nicht abhält, Wurst- und Fischplatten aufzufahren. Nachdem dann alle zum Abendessen gezwungen worden sind, versöhnt man sich bei Schillerlocken und Bierwurst wieder einigermaßen, was auch daran liegen kann das alle den Mund voll haben und nichts sagen können. Meine eine Kusine ist samt Mann nach Norddeutschland gefahren gestern Morgen. Eine andere Kusine ist nach L.A. geflogen. Meine Frau ist krank geworden. Über den Verbleib einer anderen Kusine ist nichts bekannt. Das wollte ich nur bemerken, ohne irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Ich jedenfalls war heute morgen heiser, was meine Frau zu einer gewissen Heiterkeit und einigen launigen Bemerkungen veranlasst hat. Dienstag, Dezember 24, 2002
Jubel, Trubel, Heiterkeit... der Christbaum steht, der Truthahn liegt in der Küche rum und meine Frau liegt krank im Bett. Frohe Weihnachten! Montag, Dezember 23, 2002
Nonnen sollten doch heiraten, dann gäbe es in Klöstern nicht die Notwendigkeit, ahnungslose Passanten anzusprechen wenn die Post überraschender Weise auch mal ein Paket bringt. Heute morgen war der ahnungslose Passant ich und die entsprechende Enklave des Vatikans das Kloster am Tübinger Schloßberg. Seither weiß ich, daß der Weg ins Kloster zumindest in Tübingen schmal und steil ist und daß Nonnen offensichtlich schwere Geschenke zu Weihnachten bekommen. Die gute Schwester hat sogar gefragt, ob ich was dafür verlange. Was sagt man da schon? "Ja, gerade vor Weihnachten kenne ich kein Mitleid"? "Ja, die katholische Kirche hat genug Geld"?, oder "Ja, ich bin Atheist"? Ich hab natürlich nix genommen, frage mich aber seither, was die Post eigentlich für Postboten hat, die armen Ordensschwestern die Pakete nicht ins Haus tragen. Vieleicht war der Postbote Atheist, wer weiss. Warum soll man überhaupt an Weihnachten immer nett sein? Ausgerechnet da? Ich kenne durchaus ein paar Leute, denen ich keine frohen Weihnachten wünsche: meinem Berater vom Arbeitsamt zum Beispiel wünsche ich, daß das Christkind etwa die gleiche Arbeitsmoral hat wie er. Den Herren Schröder und Bush wünsche ich eine nette Regierungskrise mit Rücktritt, während ich Frau Däubler-Gemlin einen besetzen Schreibtisch wünsche. Soweit mal zu denen zu denen ich nicht nett bin. Auch nicht an Weihnachten. Höchstens vieleicht, wenn der Christbaum nachher steht und nicht krumm ist. Dann allerdings wäre ich mit der ganzen Welt versöhnt, was ja auch kein Fehler ist und sonst frühestens nach dem dritten Viertel Wein von der Verwandtschaft eintritt. Ein frohes Fest, so oder so.... Sonntag, Dezember 22, 2002
REALly America, oder schon wieder eine gewonnene Wette... ...und sie hat sich noch lustig gemacht als sie den Einkaufszettel gelesen hat. Ich hab aber dann auch vor dem Angebot einer Wette nicht gesagt, daß ich mich schon eine Woche früher gewundert hatte, daß der Real in Gomaringen allen Ernstes Yams verkauft, Süßkartoffeln also, die in der schwäbischen Küche eine eher untergeordnete Rolle spielen. Den Fluff, das sind praktisch Marshmellows am Stück, gibts auch, und das obwohl t-day, für dieses Jahr ja schon vorbei ist. Eine gescheite Spätzlesmaschine haben sie dafür nicht gehabt, obwohl es die sogar in Amerika zu kaufen gab, dort allerdings unter dem Label "Kartoffelpüreemaschine. Die Entdeckung fand ich damals erstaunlich und frage mich seither, welche Küchengeräte wohl global gesehen noch multifunktional sind? Was brüht der Eskimo in der Kaffeemaschine? Was entsaftet der Beduine im Entsafter? Wozu benutzen reisessende Asiaten Nudelmaschinen oder Pommes-Frites-Schneider? Ein koreanischer Freund von uns hält zum Beispiel Gabeln für eine Waffe seit er sich bei uns beim Essen in den Gaumen gestochen hat. Fragen, die einem an einem regnerischen, stürmischen Sonntag vor Weihnachten bewegen können, wie auch die, ob ich morgen abend noch zehn Finger habe, ich muss nämlich mittels Beil und Säge den Christbaum in den Ständer einpassen. Jetzt muss ich erstmal Büro aufräumen, um halb vier im Lampenlicht weil es schon so duster ist, und der Wind pfeift um das Haus. Würde mich nicht wundern wenn heute noch Arno als Geist auftaucht. Dunkel ist das Jahr und alt. Samstag, Dezember 21, 2002
es ist zwar noch nicht Weihnachten... ...aber fast, weshalb wir heute, bevor die Verwandschaft anrückt, noch Großputz machen. Eigentlich schade: wenn der Besuch weg ist, kann man gerade wieder von vorne anfangen. Aber da man sich, ich zitiere, "vor den Nahkampfhausfrauen ja nicht blamieren will" muss es trotzdem sein. Also schwinge auch ich Besen und Schrubber und habe mit allen, die sich auch in unserer Lage befinden, Mitleid. Und dann kommt noch nichtmal Fussball im Radio! Freitag, Dezember 20, 2002
so also wird sie verspeisst, die gute... ...Pute: 1) Salat der Saison (ok ok, ich weiss die genaue Zusammensetzung noch nicht...) 2) junge Pute mit Brot-Gemüsefüllung in Sherrysauce, dazu Waldpilzstuffing, Rotkohl und Kartoffelpüree und für den Kenner (ich vermute, das beschränkt sich auf mich...) kandierte Süßkartoffeln 3) einen oder zwei Schnäpse (nach DEM Essen nötig) 4) Weihnachtsgebäck für alle die noch Hunger haben (außer meine Frau) 5) Gerne auch nochmal einen Schnaps, da das Weihnachtsgebäck ja auch magenfüllend .ist Ich wette, er ist krumm. Ich bin mir sogar sogut wie sicher. Nicht daß man es ihm ansehen würde. Im Gegenteil: ich habe ihn natürlich vorausahnend besonders genau unter die Lupe genommen. Von allen Seiten. Die Verkäuferin hat ihn so oft umdrehen müssen, daß sie am Schluss gemeint hat sie hätte für 1ß Euro jetzt genug gearbeitet, dazu noch morgends in der Kälte. Das alles wird aber nichts helfen. Vermutlich gibt es da geheime Reaktionen im Inneren. Zellen die auf Geldfluss oder Transport im Privatfahrzeug reagieren und dann die Spitze zur Seite neigen. Bisher nicht erforschte Vorgänge im Stoffwechsel. Warum ich mir so sicher bin? Solange ich denken kann und mein Vater noch gelebt hat gab es bei uns zuhause am Wochenende vor Heiligabend ein Ritual, daß damit begann, daß meine Frau Mamma zu meinem Vater, meinem Bruder und mir sagte, daß es an der Zeit sei einen Christbaum zu kaufen. In späteren Jahren, als wir der Gefahr gewahr waren, versuchten wir es mit Ausreden, etwa, daß wir noch Öl am Auto wechseln, oder nach Afrika fahren mussten, was aber nichts half. Auch alle Versuche, meine liebe Mutter mit zum kaufen des Christbaums zu nehmen schlugen aufgrund kochtechnischer oder weihnachtsbackseitiger Verpflichtungen fehl, so daß am Schluss mein Vater, mein Bruder und ich uns ohne weibliche Begleitung auf den Weg zum örtlichen Schwarzwaldtannenimporteur machten. Immerhin, wir waren dort nie die einzigen, üblicherweise traf man genug andere Männer, die in der Kälte die ordnungsgemäße Ausrichtung der Stämme südbadischer Nordmanntannen prüften. Teilweise sogar mit Präzisionsinstrumenten. Außer beim Schulrektor und beim Finanzbeamten war na sich auch sicher daß es sich um fremdbestimmtes Verhalten handelt und nickte sich wissend gegenseitig zu. Und jeder kannte den Satz, den der andere zuhause zu hören bekommen würde, sobald der Baum in Ständer stand: Der Baum ist krumm. Über die letzten Jahre habe ich die Sache vergessen, weil wir nie einen eigenen Christbaum hatten. Welche Erleichterung, wenn man mal auf der anderen Seite steht und nach einem "so ein schöner Baum!" zu seiner Frau "die Tanne hat beim wachsen auch zuviel gesoffen" flüstern kann. Hemmungslos! In diesem Jahr ließ es sich indes nicht vermeiden. Als gewiefter Familientaktiker habe ich versucht, Traditionen im eigenen Haaus garnicht erst aufkommen zu lassen und meine werte Frau sofort in den Kaufprozeß mit einzubeziehen. Im Endergebnis habe ich soeben alleine und auf eigene Verantwortung den Baum gekauft und vorher noch gattinenseits den Rat bekommen, bloß aufzupassen "daß er nicht krumm ist". Ich bin mir eigentlich sicher, daß er krumm ist. Auf dem Heimweg habe ich Weihnachtslieder gepfiffen und gedacht, daß wenn mein Bruder und mein Vater da wäre wäre es wie früher. Donnerstag, Dezember 19, 2002
Der gleiche Scheiss wie bei den Juristen: Als fleissiger Rechercheur zum Thema "Supply Chain Management" bin ich auf dem Supply Chain Management Server der Fraunhofergesellschaft gelandet (es ist nicht zu fassen was es alles gibt) um dort unter dem Titel "Begriffserklärung" zu lesen: "Über das Supply Chain Management existieren die unterschiedlichsten Auffassungen." Schön kann ich da nur sagen: Wie öfter, wenn sich keiner traut, einen Begriff aus dem Englischen zu übersetzen, liegt es daran, daß keiner weiss was es eigentlich bedeutet. Die new economy hat dieses Nichtwissen ja nicht gehindert, solches dann auch noch zu verkaufen, beziehungsweise es mindestens zu versuchen was zu verkaufen. Summa Sumarum ist meine Aufgabe offensichtlich, 4000 Zeichen über etwas abzulassen vom dem Keiner weiss was es eigentlich ist. Immerhin befinde ich mich da ja in guter Gesellschaft... Tröstlich, aber im Hinterkopf nagt doch das Posting eines gewissen nemaxforever, der zum überlebensfähigen Firmentyp der IT-Branche meinte "- Verkauft wird nicht "web based content customer relationship supply chain management bla bla bla", sondern stinknormale Software, die auf stinknormalen PC's sinnvolle Dinge tut.". Bezugnehmend auf erste Vermutungen, die ich gestern angestellt habe, könnte das zum Beispiel Software sein, die hilft, daß man nach dem Baden den Stöpsel rausbekommt. Dabei hab ich mir nämlich erst letztens die Fingernägel ruiniert. Aber so ist es halt, die wirklich wichtigen Dinge werden nicht erfunden... Dafür wohne ich hier: Daß ich zuschauen kann, wie die wenigen Strahlen der Dezembersonne sich durch den morgendlichen Eisnebel kämpfen, sich im Reif glitzernd reflektieren und der Hohenzollern schwimmt wie eine Insel in der Kälte. Guten Morgen. Geweckt hat mich der Bauer mit seinem Traktor. Wenn ich ihn auch nicht darum beneide, daß er bei der Kälte in aller Hergottsfrühe Traktor fahren muss , so muss ich schon sagen, daß ich mir heute die Zeiten zurückgewünscht habe als man noch Pferde benutzt hat, weil die nicht soviel Krach machen. Es sei denn man füttert Bohnen vieleicht. Mittwoch, Dezember 18, 2002
Job in Sicht? Wäre ich Kapitän eines Großseglers, dann wäre es Zeit den Schiffsjungen leeseits die Wanten hochzuschicken - aber Segelkurs ist erst heute abend (Mit Anmeldung zur theoretischen Prüfung!) und bis dahin kann ich mir überlegen, ob es ein gutes Zeichen ist, wenn man vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch 4000 Zeichen zum Thema "Supply Chain Management" ablassen darf. Aufteilung, Form und Herangehensweise sind mir überlassen, heißt es. Was das bedeutet haben sie mir im Bewerberseminar natürlich nicht beigebracht. Eins, soviel ist jedenfalls klar, heißt es nicht: Nämlich daß Aufteilung, Form und Herangehensweise mir überlassen sind, da bin ich mir jedenfalls sicher. Bis ich da näheres weiß, muß ich erstmal rausfinden, was "Supply Chain Management" ist - erste Vermutungen, daß es sich dabei um die Bedienung der Rolle der selbsteinholenden Stöpselkette unserer Badewanne handelt haben sich beim googlen als falsch erwiesen. Warum Google überigends "selbsteinholende" in "selbstheilende" korrigiert verstehe ich auch nicht. Ich stelle mir da immer ein paar launige Programmierer vor die sich allein beim Gedanken, daß mal jemand nach "selbsteinholende" suchen könnte, totlachen und der eine sagt dann "wer sowas sucht, der bekommt dann aber knallhart ein "selbstheilende" hingeknallt. Ich bin mir übrigends auch ziemlich sicher daß einer der Tomb-Raider-Programmierer irgendwo einen Lara-Strip versteckt hat und sich diebisch freut, daß ihn noch keiner gefunden hat. Ja Ja unsere Virtuosen an der Tastatur. Immerhin besser als von jemand zu verlangen, was über "Supply Chain Management" abzulassen. Nun gut, vieleicht sieht der Lütte im Top ja was, und wenn nicht, dann frage ich unseren Segelkursleiter, der als Langzeitarbeitsloser ja alle Tricks der Arbeitgeberseite kennen müsste. Oder ich frage ihn mal ob noch jemand zum Kursleiten oder Ketten organisieren braucht. Den Internetpräsens, einen Rechtsanwalt und antisocial, jaja, all das findet man, wer hätte das gedacht, auf den hinteren Rängen eines Schönheitswettbewerbs. Eigentlich ist das ja gemein, früher sah man nur die SiegerInnen, heute aber auch und gerade die, die leider vierter oder auch 763ter Sieger geworden sind, und sich noch artig für die vielen Stimmen, die sie bekommen haben, bedanken. Neu ist auch, daß brünftige Versicherungsvertreter mitmachen dürfen, wobei ich schon immer den Verdacht hatte, daß sie gerne würden. Ob bei Leder-Tina, nach eigener Auskunft stille Sekretärin, jemand den Verdacht hatte? Ich selbst habe den Verdacht, daß eine gewisse Nicole C. den Titel "Miss Dinslaken erfunden hat, um Ihren Lebenslauf aufzufrischen, jedenfalls taucht der Titel nur dort auf. Man kann sich natürlich fragen, wie schlau jemand ist, der, wenn er sich einen Titel erfindet, auf "Miss Dinslaken" kommt - vieleicht so schlau wie jemand der als Berufsbezeichnung "Software-Entwickl" angibt und ein "Internetpräsens" hat, oder jemand, der mit seiner Würstchenbude in Marbella versucht, Megaschnitten anzulocken. Da wähle ich doch lieber antisocial und überlege nebenher, ob die Kandidatur von Corvettefahrer Ivan, 25, bedeutet, daß die Russenmafia auch mitmacht. Leider ist die Anmeldefrist für dieses Jahr schon vorbei, weshalb ich mich für den Mister Homepage erst 2003 bewerben kann. Ich schwöre ich tue es, und wenn ich meine alten Socken ins Rennen schicke - und ich wäre ja auch nicht der erste Rechtsverdreher im Wettbewerb... Dienstag, Dezember 17, 2002
An Weihnachten kocht man, damit alle satt werden? Weit gefehlt! cooking.com bringt es auf den Punkt, es geht um Ruhm und Ehre, und den erreicht man angeblich am besten mit den dort auffindbaren Rezepten: "our holiday recipes will make you the most celebrated host this season" !! Weniger verlange ich auch nicht kann ich nur sagen. Wenn ich dieses Jahr Heiligabend schon damit verbringe, die gute Pute im Ofen zu überwachen und zu begießen, dann will ich wenigstens gefeiert werden. Als alter Realist weiß ich auch schon wie es kommen wird: Während meine werte Mutter mehrfach und ausdrücklich meine Frau für das Essen lobt, wird meine Schwiegermutter sicher den großen Arbeitsaufwand des Kochens im Allgemeinen beklagen, der sich ja garnicht lohnt, und hier und da anbringen, daß man doch auch essen gehen oder wenigstens was fertiges bestellen können hätte. Meine Oma hat sich freundlicherweise im Vorfeld schonwieder ausgeladen, weil sie doch zu ihren Lieblingsenkeln gehen darf. Immerhin, mein Schwiegervater wird vermutlich nichts sagen sondern essen. Damit wäre auch geklärt woher der Begriff "dankbare Esser" kommt: Ich jedenfalls bin immer dankbar wenn jemand von den Ergebnissen meiner Arbeit viel isst. Ich frage auch immer zweimal, ob ich noch nachlegen darf, da kenne ich keinen Pardon. Manchmal habe ich mich schon gefragt, ob ich deshalb gerne viel esse, damit wenigstens einer eindeutig von meinen Kochkünsten begeistert ist. (Ich hab am Anfang auch immer selber diese Site angeklickt damit ich Hits bekomme, aber das nur am Rande.) Egal ob ich der Star am weihnachtlichen Kochhimmel werde, jedenfalls war die Rezeptsuche für Heiligabend heute ein nettes Kontrastprogramm, zum gestrigen "saumäßig-erkältet-Bewerbungen-an-Organisationen-schreiben,-die-einen-nicht-einstellen, ". Was ich an Rezepten bisher gesammelt habe kann wer Lust hat übrigends hier anschauen. Die endgültige Menuefolge ist noch nicht entschieden; Vorschläge sind gerne willkommen. Ich überlege unter anderem noch ob ich als Beilage ein paar Süßkartoffeln machen soll, nur um das Gesicht meiner Mamma zu sehen, wenn sie reinbeißt. Nachdem aber meiner Frau, als sie die auch als Yams bekannten Erdäpfel in der Zubereitungsvariante unserer früheren Nachbarn probiert hat, mal schlecht geworden ist, bin ich mir nicht so sicher, ob ich es wagen soll. Man will ja kein Erbrochenes unter dem Christbaum... Montag, Dezember 16, 2002
Was machen Angestellte im öffentlichen Dienst tagsüber? womöglich in Newsgroups posten? Die Frage, wer eigentlich gegen ver.di streikt (vom Satzsinn her an sich eine dumme Frage, seit wann STREIKT man gegen Gewerkschaften) hat in de.talk.tagesgeschehen in zwei Stunden zu nicht weniger als sechzehn wütenden Protesten geführt. Besonders lässig ist die Argumentation von Heribert Klinger, der den öffentlichen Dienst aus der Marktwirtschaft herausnimmt und ganz klar keinen Bezug zwischen geleisteter Arbeit und Gehalt im öffentlichen Dienst sieht. Meine Rede! Vieleicht orientiert sich die Höhe des Gehaltes ja an der relativen Posting-Häufigkeit. P.S.: Wenn mir mal einer erklärt, wie man auf Newsgrouppostings verlinkt, dann verlinke ich beim nächsten Mal auch... [def: Reisemaultaschen] Der Begriff wurde offensichtlich im Oberschwäbischen für zu groß geratenes entwickelt, offensichtlich bemerkte jemand angesichts zu groß geratener Maultaschen, daß dies "eher Reisetaschen als Maultaschen" seien, woraus sich die "Reisemaultaschen" als Begriff für etwas unfaßbar großes eßbares entwickelt haben. Man lernt nie aus wen man jemand aus einer Region mit anderem Lokaldialekt heiratet. Die Oberländer sind dabei in Ihrer Ausdrucksweise durchaus landwirtschaftlich geprägt: Wären ich jemand den Rost runter tute, tut meine Frau ihm die Hennen hinein. Ob meine Frau mehr glänzt oder ich der König der Hühnerbaron bin kann ich nicht abschließend sagen... Sonntag, Dezember 15, 2002
Beschlossen und vrkündet: 1) Der Ehefrau des hier Schreibenden wird untersagt die auf dem Küchenschrank links in einer Blechdose befindlichen Weihnachtsgebäckstücke der Sorten "Vanillekipferl" und "Spitzbuben" zu essen. 2) Bei Zuwiderhandlung oder Rückfällingkeit erstreckt sich die Verfügung auch auf die weiteren anzufertigenden Sorten. Zur Begründung: Der Angeklagten war bekannt, daß Ihr Ehemann sich seit heute morgen, 9.00 Uhr in der Küche aufhielt um im Schweiße seines Angesichtes Weihnachtsgebäck anzufertigen. Trotzdem betrat sie gegen sechzehn Uhr, nach einem erholsamen Mittagsschlaf die Küche um sich auf Kosten Ihres Ehemannes zu belustigen. Im Folgenden bezeichnete sie die Ergebnisse langer, schweißtreibender Arbeit als "Reisemaultaschen", "zu trocken" und "anders als die von Frau K." und fragte mehrfach "hast du da genug Zucker hineingetan" sowie "bist du sicher daß die so schmecken müssen?", woraufhin sie, nicht ohne sich mit dem Gebäck einzudecken die Küche verließ. Der Kläger hat beschlossen, daß die Klägerin der Resultate seiner Arbeit nicht würdig ist, weshalb sie vom Verzehr derselben auszuschließen war. Der Kläger hat außerdem beschlossern nächstes Mal mehr Zucker und einen lockereren Teig zu verwenden, sowie insbesondere die mittlere Gebäckdicke zu reduzieren, jedoch seiner Frau daqvon nichts zu erzählen und zu behaupten nichts anders gemacht zu haben. Soweit das göttliche Wort. Freitag, Dezember 13, 2002
Eine Lanze für unser Auto! Unser armes Auto ist dagegen permanentem Spott ausgesetzt, nicht nur von Samuel, der glaube ich langsam nervös wird, weil die Kiste immernoch fährt, sondern auch, weil ein Kollege meiner Frau, weithin auch als "die Schilddrüse" bekannt und heimlicher Freund von Schwester Lore, ein langjähriger Fahrer dieses Modells war. Offensichtlich hatte er sogar die gleiche Farbe und auch die plüschige Inneneinrichtung. Ein anderer Kollege meiner Frau will deshalb nichtmher mitfahren - er hat Angst daß man ihn mit einer Schildrüse verwechselt. Ich dagegen muss in der Kiste immer an den guten Walter Röhrl denken, und schaffe die Kurve auf dem Weg zum Haus hoch jetzt schon mit über sechzig:
Der Tag, an dem mich der Bauer mit dem Traktor aus dem Feld holen muss steht vermutlich schon im Kalender. Meine Frau dagegen wird eher auf der Birke an der Strasse landen. Sie hat immer Angst, daß einer ihr hinten drauf fährt, weil auf der Landstraße keiner mit einem Abbieger rechnet. Deshalb fühle ich mich auch ab und zu wie Walther Rörl´s Beifahrer. Wer Fragen stellt kriegt auch Antworten: Meine Antwort auf die Antwort des Abgeordnetenbüros Herta Däubler-Gmelin: /ZITAT START: Sehr geehrte Frau Biester, (see Answers below) > könnte es vielleicht sein, dass Sie die homepage mit einem Life-Bild >verwechseln? Oder glauben Sie ernsthaft, dass wir jedes Mal dann, wenn Frau >Däubler-Gmelin an ihrem Schreibtisch sitzt, dieses auch so auf die Homepage >bringen? Ich glaube was ich sehe, und das ist ein leerer Schreibtischstuhl. Sie werden mir beipflichten, daß ein leerer Schreibtischstuhl an einem aufgeräumten Schreibtisch spontan nicht den Eindruck von Arbeit erweckt, ob es live ist oder nicht. >Ich muss sagen, dass ich Ihre Provokation, gerade auch in bezug auf >Frau Däubler-Gmelin, die in den letzten vier Jahren ihre freie Zeit an einer >Hand abzählen konnte, sehr ärgerlich und unangemessen finde. Ich muss sagen, daß ich mit aufgrund der Arbeit der Regierung der Frau Däubler-Gmelin seit vier Jahren angehört, keinen Job finde. Das finde ich auch unangemessen. Ich betrachte Arbeit nicht als Selbstzweck und vom Ergebnis her bleibt mir wie etwa 4-5 Millionen anderen Arbeitslosen der ehrfürchtige Dank für die aufopferungsvolle Arbeit der letzten vier Jahre momentan im Hals stecken. Wenn ich das Gefühl hätte, daß in Berlin (oder wenigstens auf dem Arbeitsamt) sich jemand einsetzt, damit sich was ändert wäre das ja schonmal was. Ich weiss nicht ob man das in Berlin mitbekommt, aber dieses Gefühl hat wenigstens wo ich es mitbekomme niemand, die Arbeitgeber die mich nicht einstellen nicht und meine Kollegen an der Arbeitslosenfront auch nicht. Ich weiss auch nicht ob in Berlin bekannt ist, was die Arbeitämter, als Vertreter der Regierung so von sich geben: Mir wurde gesagt: a) der Staat ist pleite b) nächstes Jahr wird es noch schlimmer, mit oder ohne Hartz c) wenn ich beschweren will soll ich das bei der Regierung tun, was ich hiermit mache. Mir wurden auch noch, im November, zwei Jobs angeboten, mit Belehrung und Drohung für den Fall daß ich mich nicht bewerbe. Die eine Stelle war schon seit September besetzt, die andere gab es nicht, sie war vom Amt falsch in die Datenbank aufgenommen worden. Summa Summarum sind das meine Erfahrungen mit der Regierung für die sich Frau Däubler-Gmelin aufopferungsvoll einsetzt - wie sie bemerkt haben werden sind es nicht die besten. Deshalb fühle ich mich in der Sache nicht im Unrecht. Was den leeren Schreibtisch auf Ihrer Website angeht, so mag der anders gemeint sein, Bände spricht er aber trotzdem. >Trotzdem nichts für ungut, >mit freundlichen Grüßen Gleichfalls / ZITAT ENDE Wer sagt´s denn: und schon flattert eine Antwort ins Haus: /ZITATANFANG Lieber Herr [...], könnte es vielleicht sein, dass Sie die homepage mit einem Life-Bild verwechseln? Oder glauben Sie ernsthaft, dass wir jedes Mal dann, wenn Frau Däubler-Gmelin an ihrem Schreibtisch sitzt, dieses auch so auf die Homepage bringen? Im übrigen gilt für Abgeordnete (wie im übrigen häufig auch für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter): die Arbeit am Schreibtisch alleine ist es nicht, sondern die findet auch anderswo statt, zum zweiten kommen dazu sehr ausgedehnte Arbeitszeiten, die auch bis spät in die Nacht hinein gehen. Ich muss sagen, dass ich Ihre Provokation, gerade auch in bezug auf Frau Däubler-Gmelin, die in den letzten vier Jahren ihre freie Zeit an einer Hand abzählen konnte, sehr ärgerlich und unangemessen finde. Trotzdem nichts für ungut, mit freundlichen Grüßen i.A. Elke Biester Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abgeordnetenbüro Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesministerin a.D. Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft /ZITATENDE man beachte die Unterschrift, offensichtlich ist die gute Herta wirklich nicht im Büro. Das Wort zum Sonntag: Innere Logik und ein Mail an Herta Man darf offensichtlich die Leute anlügen, solange man sich nicht politisch unkorrekt ausdrückt, noch dazu wenn man über einen Gewerkschafter spricht, das jedenfalls ist der Gegenschluss aus dem momentanen SPD-Geschrei. Nicht daß ich Herrn Koch irgendwie verteidigen will. Jedesmal wenn ich den Schmiss auf seiner Backe sehe muss ich an den Spruch denken, der mich durch Jahre der Herrentoilettenbenutzung in der neuen Aula der Uni Tübingen begleitet hat: "Lieber ein Geschwür am After als ein deutscher Burschenschaftler". Dort stand auch "ficken, saufen, Hohenstaufen!" - bei denen ist soweit ich weiss Klaus Kinkel Mitglied, aber sicher bin ich nicht. Für den Herr von der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, die sich verdi nennt, habe ich auch nicht mehr übrig. Auch wenn - nunmehr aus verschiedenen Quellen gesichert - keine wie auch immer gearteten Sterne an Wohlhabende ausgegeben werden, finde ich seine Polemik und die Namennennung widerlich. Da er ja auch meine Angestellten vertritt, wäre ich dankbar, wenn er mal zur Kenntnis nimmt, daß ich nicht zu der genannten Personengruppe gehöre und leider keine Kohle habe um eine Gehaltserhöhung zu zahlen. Nach dem Arbeitseifer, den der öffentliche Dienst in den letzten drei Monaten bei mir an den Tag gelegt hat, fände ich eine Rückforderung wesentlich angebrachter. Gewählte Volksvertreter sind aber auch nicht besser. Nur mal ein Beispiel: Momentan ist es 14.17 Uhr Freitag mittags und der Schreibtisch von Herta Däubler-Gmelin ist eindeutig nicht besetzt. Da es so auch nicht geht auf meine Kosten und ich finde daß man sich als Bürger einmischen muss habe ich spontan entschlossen, nachzufragen: (gerade gemailt an: herta.daeubler-gmelin@bundestag.de) _________________________________________ Sehr geehrte Frau Däubler-Gmelin, ich habe gerade ihre Website angeschaut und gesehen, daß sie anscheinend schon Freitagmittags vor halb drei ins Wochenende gehen - der Schreibtisch jedenfalls ist nicht besetzt. Eigentlich sollte ich nicht überrascht sein. Das Arbeitsamt setzt zwar mir immer Fristen, geht aber Freitags ab 12 Uhr auch nie ans Telefon und macht auch sonst nichts außer mir erzählen, daß der Staat pleite sei und es nächstes Jahr ob mit oder ohne Hartz noch schlimmer wird. Ich habe wenigstens Sie immer für jemanden gehalten, der sich mit voller Kraft für die Bürger einsetzt und war angesichts Ihres leeren Schreibtisches gerade in der jetzigen Stiuation schon sehr enttäuscht. Mit freundlichen Grüssen ___________________________ Es ghet doch nix über persönlichen Kontakt zur Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises! Zur Frage ob und welche Antwort kommt können Wetten gerne abgegeben werden! Donnerstag, Dezember 12, 2002
Bilder sind verräterisch... Ist mir nur gerade aufgefallen als ich so durchs Netz surfte: wer sowas von sich ins Netz stellt... ![]() sollte beim Zähneputzen auch weiter hinten angreifen... ![]() Nicht ok... ...ist unter anderem, daß blogger nicht automatisch abspeichert. Aber laut meinem abschließenden Gespräch im Bewerberkurs wirke ich unter anderem "sehr strukturiert". Vermutlich hat blogger deshalb nicht gezögert, meinen Befehl ein Fenster zu schließen auszuführen, weshalb alles bisher Geschriebene von heute weg war. Aber vieleicht war meine Handlung ja eine freudsche Fehlleistung, gesteuert von dem inneren Bewußtsein, daß das Geschriebene nicht gepostet werden sollte. Wenigstens erspare ich mir so aufwändige (Ich liebe die neue Rechtschreibung!) Maßnahmen zur Abhaltung Minderjähriger von dieser Seite. Auch heute hatte ich wieder das Gefühl, daß ich mich als Kursteilnehmer selbstständig machen sollte, hilfsweise auch als Musterschüler oder Gelobter. Lober wäre auch drin, ich bin so gut wie sicher, daß der Kursleiterin mein süffisanter Ton nicht aufgefallen ist, als ich betont habe, wie viel mir der Kurs gebracht hat. Der Langzeitarbeitslose war da schon nichtmehr da weil er einen Termin hatte, und deshalb dringend weg musste. Jaja, die Hetze eines vollen Terminkalenders... Nett war heute noch die abschließende Vorstellungsgesprächsimulation mit der Esoterikerin, in der ich den Chef mimen durfte. Mit der Einladung zum Gespräch hatte ich schon schon zu kämpfen, da die Gute von vornherein nur 50% arbeiten wollte und dann auch nur wenn das Btriebsklima ok wäre. Mangels anderer Bewerber entschied ich mich aber doch zum persönlichen Gespräch. Dort teilte mir die Bewerberin umgehend mit, daß sie aufgrund Ihres Anschreibens nicht mit einer Einladung zum Gespräch gerechnet habe. Auch wolle sie betonen, daß sie auch in dringenden Fällen nicht willens und in der Lage sei länger als normal zu arbeiten, da das ihrem Karma schade. Routiniert habe ich auf meinem Zettel "selbstbewußt & entscheidungsfreudig" notiert und das Gespräch dann in eine andere Richtung gelenkt. Im Folgenden haben wir als Führungskräfteteam erfahren daß wir überhaupt niemand brauchen der arbeitet sondern jemanden, der für Entspannung unter der Belegschaft sorgt, wobei eein dreckiges Grinsen des ostdeutschen Ingenieurs, der in seiner Eigenschaft als Fachabteilung anwesend war, umgehend scharf verurteilt wurde. Nach dreissig Minuten mussten wir das Gespräch wegen einer dringenden Yoga-Übung abbrechen. Immerhin: Die Erfahrung, jemanden kennengelernt zu haben, der nach eigener Auskunft von einer Waldorfschule entlassen wurde, weil er zu unautoritär war, werde ich so schnell nicht vergessen. So long und machs gut, auch im Kopfstand! An dieser Stelle möchte ich auch dem NABU noch mitteilen, daß ich einen Gärtner und Geologen kenne, der heute auf leichten Druck hin bereit war umsonst für diese Organisation zu arbeiten, auch wenn er sich als Projektleiter beworben hatte. Ich hoffe, daß jemand, der als Kind mal dick war und gerade nach einem Job als Projektleiter sucht, nicht auf solche Ideen kommt. Mittwoch, Dezember 11, 2002
Von Schweinen, Saft und Vögeln Der grünen Abgeordnete Winfried "Winne" Herrmann findet heute im Tübinger Tagblatt, daß in der allgemeinen Diskussion um Arbeitslosigkeit und Rezession die Umweltpolitik untergeht, worauf man sich wieder viel mehr konzentrieren müsste. Dem muss ich entschieden widersprechen! Speaking of myself bekommt meine Frau von meiner Schwiegermutter zu Weihnachten ein Vogelhäuschen, obwohl die Vögel in unserem Garten auch so schon genug Energie haben, sich lautstark zu streiten. Wir gehen auch weiterhin mit Hofhund Arno spazieren, obwohl ich letztens nach seiner ebenso begeisterten wie überraschenden Begrüssung meinen Anzug samt Hemd waschen musste. Seit das letzte mal der Tierlaster da war hat meine Frau auch geschworen nie mehr Schweine zu essen und es seither fast durchgehalten. Wir haben diesen Monat auch noch im Regen Unkraut gejätet, damit nächstes Jahr was wachsen kann im Blumenbeet. Von einer Unterbewertung von Umwelt und Natur sehe ich da keine Spur und muss im Gegenzug fragen, was "Winne" wie er unter den hiesigen Studenten gern genannt wird denn für meinen zukünftigen Job getan hat? Andererseits könnte er dem entgegenhalten, daß ich auch nicht in seinem Garten gejätet habe - wobei ich auch nicht Bundesgärtner bin. Vieleicht ist es mit ihm auch wie mit der Stelle, die mir meine Freunde vom Amt letztens geschickt haben und es gibt ihn garnicht. Herta Däubler Gemlin, die angeblich hier in der Nähe wohnt und sich früher im örtlichen Einzelhandel gerne bevorzugt bedienen lassen hat, ist seit der Wahl auch nichtmehr aufgetaucht. Schröder, so liest man heute in der Zeitung, hat in der Fraktionssitzung nicht mit seinem Rücktritt gedroht. Gibt es eigentlich hieb- unhd stichfeste Beweise daß die Bundesregierung tatsächlich existiert? Seit dem Geisterhund, der letzten Dienstag unsere Terasse unsicher gemacht hat (siehe blog vom 3.12. - wie setzt man bei blogger Tags?), glaube ich nicht mehr ohne weiteres alles. Arno schaut immernoch unschuldig. Nicht alles ist so kompliziert wie der Politikerbeweis, Getränke verkaufen ist einfacher. Und da ich ja schon gestern im Bewerbertraining eingestellt worden bin arbeite ich heute - Die Frau eines Freundes ist in Kur, weshalb einer seinen Getränkeladen hüten muss. Ich bin also, genaugenommen Landenhüter in einem Saftladen, eine Arbeit die mir durchaus Freude macht, auch wenn die einzige Kundschaft heute morgen schwerhörig war und (ungelogen) samt Ehemann auf dem Traktor angefahren kam um eine Flasche Wein zu kaufen. Meine begeisterten Beratungsversuche wurden mit der direkten Frage nach "Trollinger, en günschtiga, wisset se, ´s isch a Gschenk" abgetan. Ich hoffe heute Mittag ist mehr los weil ich das shcwäbische Tagblatt und wired schon komplett durchgelesen habe. Also, ich muss wieder an die Getränkefront! Dienstag, Dezember 10, 2002
Ich werde Kursteilnehmer von Beruf Was für ein rauschender Erfolg!! Nachdem ich gestern abend noch frustriert das Bett angesteuert habe, weil Phoenix im Zusammenspiel mit Blogger meine Ausführungen über Gruppendiskussionen ins Nirwana, nicht aber auf allbutme.com verfrachtet hat, habe ich heute die sauer in der ersten Woche verdienten Lorbeeren geerntet: Jawohl, auch die Bewerbertrainerin Nr. 2 würde mich spätestens nach meinem heutigen Vorstellungsgespräch einstellen. Was läßt sich daraus schließen? Nach längerem Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, daß ich professioneller Kursteilnehmer werden sollte, da ich auf diesem Gebiet ja offensichtlich begabt bin. Als wandelndes Erfolgserlebnis lasse ich mich gerne in allen Varianten motivieren, schulen und trainieren. Gerne gehe ich meinen Kurskollegen auch mit routiniertem Eifer als gute Beispiel voran. Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch inwieweit die Simulation eines Bewerbungsgespräches wirklich Sinn macht. Welche Firma stellt schon einen Langzeitarbeitslosen als Personalchef ein? Wir Verändert es die Situation, wenn ich weiß daß die Oberin des Diakonissen-Ordens bei dem ich mich bewerbe, einen Freund hat und gerne bald Kinder hätte? Würde ich auf eein höheres Gehalt auch dann selbstlos verzichten wenn es wirklich um Kohle ginge? Der Langzeitarbeitslose ist da ehrlicher: Erstellt sich morgen für eine Stelle als Key Financial Officer vor. Im Vorstellungsgespräch wird er darum kämpfen müssen, einen schüchterenen Geologen und eine Esoterikerin zu überzeugen. Das nenne ich hart. Nun denn, wer weiß, wo ich eine Stelle als professioneller Kursteilnehmer bekommen kann, soll sich melden - bis dahin bleibe ich halt professioneller Amateurblogger und Bewerber. Is ja auch was. Eine andere Alternative wäre natürlich, eine Truthahnzucht zu eröffenen. Dieses schmackhafte Tier, in Deutschland auch als die gute Pute bekannt und offensichtlich nicht sehr beliebt: Wir suchen schon seit Tagen wo man ein solches Federvieh erwerben kann, haben aber erst einen Bauer gefunden, der behauptet Puten zu verkaufen. Jetzt wird es gespenstisch: Ruft man die Telefonnummer dieses Bauern an, dann nimmt niemand ab. Stattdessen sagt nach geraumer Zeit eine unpersönliche Stimme auf englisch, daß man einen Code eingeben soll. Habe ich endlich den toten Briefkasten der CIA in Kusterdingen gefunden? Ist die Putenzucht nur Tarnung für Schlimmeres ? Fragen über Fragen, während sich die eisige Nacht über das Land senkt. Wer weiss, was morgen kommt? Sonntag, Dezember 08, 2002
Kontrollbesuch Gestern hatte ich für nix Zeit weil wir den ganzen Vormittag mit putzen beschäftigt waren, obwohl es selbst nach Auskunft meiner werten Gattin nichtmal arg nötig war. Es war aber trotzdem nötig, weil meine Mamma uns die Ehre eines Erstbesuches im neuen Heim zuteil werden lassen hat. Andererseits war es - aus mutterbiographischen Gründen auch wieder nicht nötig: Die mir als Oma in durchaus positiver Erinnerung befindliche Mutter meines Vaters hat offensichtlich in früheren Jahren in ihrer Rolle als Schwiegermutter weniger brilliert, weshalb meine Mutter irgendwann beschlossen hat so mal nicht zu sein. Außerdem kann sie meine Frau gut leiden, was ich verstehen kann, ich kann sie nämlich auch gut leiden. Sei es wie es sei, natürlich waren wir trotz allem der Meinung daß wir putzen müssen, womöglich ein "Mutter-kommt"-Reflex, und haben den ganzen Morgen damit verbracht. Deshalb waren wir nicht einkaufen. Als meine Mamma dann kam hatten wir keine Kaffeefilter da - Meine Mutter hat sich nichts anmerken lassen und auch tapfer alle Fragen nicht gestellt die ihr wenn ich sie richtig kenne unter den Nägeln gebrannt haben. Fragen wie "wo tut ihr denn alle Eure Familienfotoalben hin, wenn Ihr kein Wohnzimmerbuffet habt?" oder so... Ganz hat sie es natürlich nicht geschafft, und ein paarmal vorgeschlagen, daß wir noch Schals an die Wohnzimmerfenster machen sollen, aber natürlich nur wenn es meiner Frau gefällt. Ob es mir gefällt spielt weniger eine Rolle, wie auch das fehlende Buffet im Wohnzimmer in der Vorstellung meiner Frau Mamma sicher meiner Frau von mir vorenthalten wird. Nach dem Wohnungsrundgang wars dann ein richtig vergnüglicher Nachmittag, wir haben mal wieder festgestellt, daß mein Heimatort als Grundlage für eine Seifenoper geeignet wäre, daß meine Mutter zuviel arbeitet, und meine Oma zuwenig ißt. Ich könnte mit solchen Gesprächen, deren Nutzwert eindeutig gegen null tendiert, Stunden verbringen, sie geben einem so ein Gefühl von Vertrautheit mit Ort und Leuten, daß man vieleicht nur mit dem Platz in der Welt haben kann an dem man aufgewachsen ist. Ich mag solche Gespräche auch, weil ich das Gefühl habe, daß sie für meine Mutter so wichtig sind seit mein Vater gestorben ist. Wenn ich daheim niemanden hätte dem ich erzählen kann wäre ich auch einsam. Ich komme aus einer Familie von Erzählern. Meine Oma kann, wenn sie denn gelassen wird stundenlang erzählen, durchaus mit Spannung, Witz und Phantasie. Wenn sie im Familienkreis oftmals nicht gelassen wird, dann deshalb, weil sie ob der Vielfalt des Erlebten vergessen hat, wem sie was schonmal erzählt hat. Meine Mamma erzählt auch gern, von Ihrer Arbeit, von dem was sie bewegt. Es ist so witzig wie sehr sie im erzählten aufgehen kann - die Pose wird wieder eingenommen, der Tonfall paßt sich dem Spannungsbogen an und die entsprechende Gestik unterstützt das Gesagte. Manchmal habe ich bei den Geschichten meiner Oma und meiner Mamma auch den Eindruck, daß das, was dann gesagt wird, auch eine Entwicklung hinter sich hat, geprüft und bezüglich Inhalt und Form der Dramaturgie angepaßt worden ist. Denn die Geschichten sind nicht sich selbst genug, sonden haben auch immer eine Aussage, eine Moral, einen Apell, der im Fall meiner Mutter üblicherweise von meinem Vater verkündet wird. Ich glaube meine Oma wäre eine gute Schriftstellerin wenn sie nur wollte und meine Mutter eine gute Schauspielerin und Erzählerin. Und beide wären sicher entrüstet, wenn sie wüßten, daß ich dererlei von Ihnen behaupte. Ich jedenfalls weiß, das sei mein Resumee für heute, warum ich - wenn auch nicht so begabt - gerne erzähle und woher ich meine Gestik habe, wofür ich mich hiermit nochmal bedanke. Wir kaufen aber trotzden kein Wohnzimmerbuffet. Freitag, Dezember 06, 2002
Mir ist heute nicht nach viel schreiben. Der beste aller Berater des Arbeitsamtes, der mich betreuende Beamte hat mir in teutonischer Gewissenhaftigkeit letzte Woche zwei Stellenanzeigen zugesandt, nicht ohne den Hinweis, daß ich mich umgehend zu bewerben habe und das Ergebnis meiner Bewerbungsbemühungen schriftlich mitteilen müsse, da ich sonst mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müsse. Er wird am Montag folgendes Schreiben erhalten: Sehr geehrter Herr XY, bezüglich Ihres Schreibens vom 26.11.02 und der darin enthaltenen Bitte das Ergebnis der Bewerbungsbemühungen umgehend mitzuteilen teile ich hiermit mit, daß nach Auskunft des Forschungszentrums Karlsruhe die mir gesandte Stelle bereits Anfang Juli ausgeschrieben wurde und Anfang September besetzt wurde. Die vakante Stelle bei der Firma Ascon Personalservice ist der Firma Ascon Personalservice nicht bekannt. Offensichtlich wurde eine länger zurückliegende Anfrage der Firma Ascon Personalservice durch das Arbeitsamt falsch in die Datenbank aufgenommen. Nochmals vielen Dank für die Zusendung ebenso aktueller wie interressanter Angebote. mit freundlichen Grüssen Donnerstag, Dezember 05, 2002
Na dann... Heute war Präsentationstag! Jaja, in launiger Runde haben wir uns gegenseitig erzählt wer wir sind - die Aufgabe war "Präsentieren sie Ihren Lebensweg in zehn Minuten. Als Hilfsmittel sind die Tafel und das Flipchart erlaubt". Nicht daß ich behaupten will, daß ich besonders viel erlebt habe, aber ich fühlte mich an den Streit mit meinem Beamten vom Arbeitsamt erinnert, der ausbrach, weil ich 16 EDV-Qualifikationen angekreuzt hatte und nur fünfzehn erlaubt waren. Aber gut, so geht es auch nicht. Ich habe dann auch systemkonform 3 Punkte gebracht und alles angewendet was ich gestern Mittag gelernt habe als ich Fliege´s Interview mit Sammy Molcho im Fernsehen gesehen habe. Die Esoterikerin hat nach einer kurzen Bemerkung, daß sie aus dem Ruhrgebiet kommt eine Yoga-Matrix aufgezeichnet, erklärt daß man die Evolution nachahmen muss und war dann beleidigt, als die Kursleiterin gesagt hat, sie habe das Thema verfehlt. Sehr gelungen fand ich den Beitrag eines anderen Kollegen, dem nach eigener Aussage von seinen Eltern verboten wurde Abitur zu machen, weshalb er zuerst Gärtner gelernt hat. Nach etwa fünfzehn Minuten Referat wurde klar, weshalb sich die Eltern schweren Herzens regulierend in das junge Leben eingemischt haben: Kaum weg von zuhause hat der gute alles gemacht und auch noch alles was andere ihn gefragt haben. Als er nach zwanzig Minuten in der Schlusssequenz erklärt hatte, der Richtige für alles zu sein und sich für die Aufmerksamkeit bedankt hatte ist ihm dann eingefallen, daß er eigentlich auchnoch studiert hat, aber vergessen hatte das zu erwähnen. Das geht ihm seither nach. Bei der Versicherungsvertreterin ist immer kurz vor Examen jemand gestorben und die albanische Tierärztin ist nach Deutschland gekommen, weil alle albanischen Männer schon ausgewandert waren, jedenfalls ist eine knappe Mehrheit der Meinung das verstanden zu haben. Der ostdeutsche Ingenieur hat uns auch nochmal das ostdeutsche Schulsystem in allen Einzelheiten erklärt und jeder von uns kann jetzt, wenn er aus dem Schlaf gerissen wird spontan berichten, daß Karl-Marx-Stadt heute Chemnitz heißt. Der Langzeitarbeitslose wußte dagegen zu berichten, daß zum Nonfood-Bereich bei Multi auch die Campingabteilung gehört (ein eindeutiger Bezug zum Bankgewerbe) und er eine wichtige Funktion im Minigolfclub innehat. Gerüstet mit diesem Born an Informationen durften wir uns dann in der Postkorbübung ergehen, die aber schnell zu allgemeiner Entrüstung führte, da Herr Schnell, dessen kompliziertes Wirken zu koordinieren war offensichtlich nicht gerade ein moralisch hochstehender Mensch ist. Neben zwei verzogenen Kindern, einer Haushälterin und einer Frau im Krankenhaus auch noch eine Geliebte hatte, die - immerhin ganz die selbstbewußte Frau von heute - auf einem Treffen im Stadtpark bestand. Während folgsame Naturen wie ich braf die Termine koordinierten bestand der Kollege aus Vietnam darauf der Hauptfrau mehr Zeit zuzubilligen, während die Esoterikerin mit der Bemerkung sie habe da Erfahrung alle Termine absagte und dafür einen mit dem Scheidungsanwalt vereinbarte. Sie sagt sie hat da Erfahrung die sie gerne auch als soziale Kompetenz in eine Firma einbringen will. Heiß diskutiert wurden auch die mißratenen Kinder des guten Herrn Schnell. Während die Tochter gerade in der Schule die Unterschrift auf einer Entschuldigung gefälscht hatte während der Sohn sich im Schmuck- und Gebrauchtmofahandel 800 Euro Schulden eingefangen hatte. Wenn er nicht lügt und es Drogen sind um die es wirklich geht. Da sind die windigen Aktiengeschäfte die Herr Schnell selbst tätigt noch besser. Insgesamt frage ich mich aber schon was Firmen so von ihren Führungskräften halten, wenn sie Tests mit solchen Stories durchführen. Aber gut. Jetzt muss ich einkaufen gehen... Mittwoch, Dezember 04, 2002
Da bin ich aber dankbar! Ich bin so froh, daß es in Deutschland eine effiziente Verwaltung gibt. In den USA zum Beispiel weiß jeder, daß nur die Pfeifen zum Staat gehen, weil man da schlecht verdient. Deshalb herrscht auch ein tiefes Mißtrauen gegenüber jedem staatlichen Handeln und die Überzeugung, daß man alles besser kann wenn sich der Staat nur raushält. Wir in Deutschland dagegen wissen, daß das Glück eines Menschen wenn überhaupt, dann vom Staat kommen kann. Besonders glücksbedürftig sind offensichtlich die Binnenschiffer: Die Bundeswasserstraßenverwaltung hat zum Beispiel doppelt so viele Beamte wie es in Deutschland Binnenschiffer gibt. Mich verwaltet dagegen nur ein Beamter auf dem Arbeitsamt. Neben guten Nachrichten, wie "wären sie doch in Amerika geblieben", oder "haben sie es nicht mitbekommen, der deutsche Staat ist pleite" hat er mir, vermutlich in einem Anfall vorweihnachtlicher Gebefreudigkeit, ein Bewerbertraining verpaßt, "nur für Akademiker" sogar, das wie ich die Tage schon erwähnt habe, gerade stattfindet. So sitzen wir, eine launige Truppe, die u.a. eine Esoterikerin, einen radfahrenden ostdeutschen Ingenieur, einen Langzeitarbeitslosen mit Berufsziel Manager, einen Drücker aus Malta und eine albanische Tierärztin umfaßt jeden Tag da, und lernen, uns zu bewerben. Die Esoterikerin, die mal Lehrerin war macht ab und zu auch Joga-Übungen auf dem Boden und bezieht das Diskussionstraining auf ihre gescheiterte Ehe. Der Langzeitarbeitslose begründet öfter, warum ihm seine Erfahrung als Abteilungsleiter Wurstwaren bei Topkauf in der Position eines Bankfilialleiters sehr zu gute kommen würde. Er bringt auch immer knallhart Fachvokabeln aus dem Bankbereich wie "selbstschuldnerische Bürgschaft" an um Kompetenz zu zeigen, besonders immer wenn der ostdeutsche Ingenieur anfängt anhand seines Lebenslaufes die Besonderheiten des DDR-Schulsystems zu erklären. Die Esoterikerin findet dann beide menschenverachtend, die DDR aber immerhin nicht so schlecht wie heute getan wird. Der Drücker mischt sich eigentlich nicht ein, außer wenn jemand behauptet, Ferienwohnungsanteile auf Zypern hätten was Anrüchiges. Eine launige Truppe also, die sich da so zusammenfindet. Das Hauptding ist, daß man in Gruppen diskutiert (das ganze wird von einer Sozialpädagogin geleitet) und zwar im großen und Ganzen die Bewerbungsunterlagen des jeweils anderen. Ich selber konnte in aller Demut schon einige Tips geben, etwa, daß man als angehender Bankmanager seine Berwerbung nicht von Hand auf einen Freßzettel schreiben sollte, oder daß man im Lebenslauf zum Studienende nicht unbedingt "Ende d. Studiums: endgültig durchs Vordiplom gefallen" schreiben sollte. Auch bietet es sich an, als Tierärztin in Deutschland zumindest rudimentär Deutsch zu können, da mir größere zusammenhängende Kolonien albanischer Tiere im Raum Tübingen nicht bekannt sind. Da die Gute aber mit einem Deutschen (LKW-Fahrer) verheiratet ist, der kein albanisch, beherrscht sie offensichtlich von Haus aus die nonverbale Konversation meisterhaft. Ich und mein Freund, Gönner und Beamter vom Arbeitsamt haben natürlich gehofft, daß auch ich viele Hilfen und Tipps zur Verbesserung meiner Bewerbungsunterlagen bekomme. Stattdessen hat mich die Kursleiterin heute gefragt ob sie meine Bewerbungsunterlagen kopieren dürfte, sie hätte noch nie so gute gesehen. Als ich nach Hause kam waren wieder zwei Absagen im Briefkasten - anscheinend haben andere der Frau Kursleiterin da was voraus.Nächste Woche habe ich Vorstellungsgesprächstraining - das freut mich besonders, da ich aufgrund meiner - durch und durch für gut befundenen Bewerbungsunterlagen bisher eine Vorstellungsgesprächsquote von genau 0% hatte. Gut, man weiss ja nie - und jedenfalls habe ich einen Grund nächste Woche auch jeden Tag 16 Kilometer Fahrrad zu fahren. Nun denn, so gehe ich nachher gut gelaunt und mit exzellenten Berwerbungsunterlagen in der Tasche zum wöchentlichen Segelkusabend, der, hört hört! übrigends von einem Langzeitarbeitslosen geleitet wird. Vieleicht sollte ich einfach mal meine Lebensziele überdenken - nachdem meine Frau schon mehrfach abgelehnt hat mir einen Weinberg in der Toscana zu kaufen, könnte ich ja trotzdem im Sinne einer Entlastung des Arbeitsmarkt meine Schaffenskraft auf imaterielle Ziele ausrichten. Über unseren Segelkursleiter hat in der letzten Stunde einer hinter mir zu seinem Nachbarn gesagt: "jaja der Schorsch, der ist ein glücklicher Arbeitsloser, der hält die Segelstunden, macht die Jugendarbeit, macht den Schiedsrichter bei Regatten und geht segeln. Das ist besser als Laster fahren." Ob er auch mit einer albanischen Tierärztin verheiratet ist? Aber gut, immerhin, ein glücklicher Arbeitsloser ist ein guter Arbeitsloser, jedenfalls wenn man grundsätzlich damit einverstanden ist arbeitslos zu sein. Hobbylos oder frauenlos wäre schlimmer, insoweit stimme ich zu und gehe jetzt in die Wasserstraßenkunde. Dienstag, Dezember 03, 2002
Des Rätsels Lösung Nein, einen Herzinfarkt habe ich nicht bekommen - aber fast. Da sitzen wir, ganz wie ein altes Ehepaar vor dem Fernseher und schauen wer wird Millionär, da sehe ich etwas vor der Terassentür. Es ist nicht ein richtiges Sehen, wie man einen Gegenstand sieht, eher ein Reflex, eine Bewegung, etwas Weißes das vor der Scheibe der Tür durch die Schwärze huscht. Soviel weiß ich: es war kein Vogel, sondern etwas auf vier Beinen und es war groß. Meine Frau glaubt es natürlich nicht, und so starren wir auf das Schwarz hinter der Scheibe der Tür - ++[man merke, daß wir nun im Setting eines Horrorfilms da angekommen sind wo das erste nichtsahnende Opfer fällig ist]++[Zusatzinformation: wir wohnen auf einem einsamen Gehöft>++[Unser Vermieter hat eine Schweinezucht]++ - ist ein Schwein ausgebrochen - Kurt der Eber des Grauens? Ein Pferd? Ich werde versuche, sachlich zu sein und tippe gerade auf einenWaschbären, als wieder eine Bewegung zu sehen ist und schließlich schaut uns Arno an, Arno der leicht verrückte aber grundsätzlich sympathische, wenn auch große und stürmische Zwingerhund unseres Vermieters. Zwingerhund? Was macht der dann bei uns im Garten? Ich gehe hinaus, kann aber wegen fehlender Beleuchtung nichts sehen. Ich gehe wieder hinein - ++[Schnitt: Im Haus die Bewohner suchen verzweifelt nach einer Taschenlampe]++[Schnitt: Vor den blassen Mond schiebt sich eine Wolke]++[Schnitt: der Lampe fehlen die Batterien. "Ich gehe raus", sagt der Mann, ich werd den Hund auch ohne Lampe finden] -draußen laufe ich ums Haus, alles dunkel, alles still - nicht Arno´s Art, normal hüpft er herum und schleckt alles und jeden, der in der Nähe ist ab. Rechts neben dem Ferkelstall geht die Treppe zum Zwinger hoch. Ohne Mond ist sie kaum auszumachen. Der ganze Hof liegt dunkel und ruhig da, kein Wind, kein Gräusch, als hielte alles den Atem an. ++[der Zuschauer sieht was der Hauptakteur nicht sieht: schwarzes Fell. Atemluft die in gleichmäßigen Zügen in der Nachtluft kondensiert. Augen. von bleichem Licht erhelte Augen. Ruhig. Kalt. Unbarmherzig]++ Oben an der Treppe angekommen gibt die Wolke den Mond frei - und der Mond beleuchtet im Zwinger einen dunklen Monolyth - Arno, ruhig, wachsam und eindeutig im Zwinger. Einen Schritt näher fängt Arno auf einmal mit knurren an, leise zuerst, dann immer lauter, shcließlich bellt er laut und heiser. Ich gehe zurück ins Haus, höre Arnos Bellen noch gedämpft. Arno ist und war im Zwinger. Und wer war der Hund auf der Terasse. Bevor wir ins Bett gehen kontrolliere ich zum ersten Mal, ob wir die Terassentür wirklich richtig zugemacht haben. ++[Ruhe und Sicherheit senkt sich über die Schlafenden, über die warmen Häuser. Dann schwenkt die Kamera hinaus auf die offenen Felder, in der Mitte schemenhaft ein Baum, in der Ferne das Schwarz des Waldrandes. Man ahnt einen Hauch, der über die Felder zieht: dort draussen lauert das Böse]++ Heute mittag, nach meiner Rückkehr vom zweiten begeisternden Tag des Bewerbertrainings, habe ich den Bauern getroffen und ihm von dem Hund auf der Terasse erzählt. "Jaja", hat er gemeint, "um dreiviertel zehn hab ich noch einen Rundgang durch die Ställe gemacht und Arno solange rausgelassen". +++[Epilog: Nahaufnahme auf den Eingang einer Höhle drunten am Bach. Eine Bewegung, etwas Weißes das in der Dunkelheit der Höhle durch die Schwärze huscht. Soviel weiß ich: es war kein Vogel, sondern etwas auf vier Beinen und es war groß. / Schnitt: Arno schläft währenddessen sanft in seinem Zwinger]++ Welcome to the long and cold november nights. Montag, Dezember 02, 2002
Gestatten, trainierender Bewerber! Ich muss gestehen, arbeitlos zu sein hat auch seine Vorteile. So zum Beispiel, daß man morgeends nicht in aller Herrgotsfrühe aufstehen muss. Das wäre sogar ausgesprochen kontraproduktiv, da man dann ja jeden Tag noch länger Zeit hätte, keine Stellenangebote zu finden, keine Beratungstermine beim Arbeitsamt zu bekommen und´auch ansonsten unproduktiv zu sein. Seit heute ist aber alles anders, weil mein freundlicher Berater vom Arbeitsamt zwar letzte Woche wie immer keinen Job für mich hatte, aber dafür einen Platz im Bewerbertraining. So bin ich also heute mitten in der Nacht und unter unverholener Häme meiner schwer arbeitenden Gattin aufgestanden, auf mein Fahrrad gesessen und zur Schulung geradelt. Dort habe ich auch sofort einen Platz nebem dem gesprächigsten Langzeitarbeitslosen von allen gefunden, und so heute gelernt, daß man wenn man von Pfleger auf Realschullehrer und dann zum Kaufmann und danach zum Programmierer umschult und nach zwei Jahren mit vierzig grundlos kündigt Arbeitslosengeld bekommt. Wenn man als Jurist wie sau einzahlt und sich dann zwei Jahre und sechs Tage in USA weiterbildet ("Flexibilität beweist, Sprachen lernt") bekommt man, das sei am Rande erwähnt umme (was soviel wie nix ist): So war ich schon nach einer halben Stunde der von mir wegen Abwesenheit nicht mit gewählten Regierung mal wieder zutiefst dankbar. Hat, nur am Rande, wenn wir bei der Regierung sind, dem Kanzler mal jemand erzählt, daß zumindest das Tübinger Arbeitsamt sich weigert, Harz umjzusetzen? Mein werter Vermittler, der als Beamter die Probleme Arbeitsloser sicher zutiefst versteht, hat mir gesagt, sein Laden sei pleite und nächstes Jahr noch mehr, weshalb sie etwaige Maßnahmen nach Harz nicht umsetzen könnten. Er hat sich so angehört wie wenn ich als Arbeitsloser solche Maßnahmen auch nicht verdient hätte. Nebenher haben wir in der Schulung auch gelernt, daß Stellen nicht nur beim Arbeitsamt ausgeschrieben werden, sondern auch in Zeitungen und auf Websites, was immerhin für einige Teilnehmer Neuigkeitswert zu haben scheint. Ich schätze bisher an der Schulung vorallem, daß sie mich die nächsten vierzhen Tage zwingen wird, radzufahren, was ja auch was ist. Aber vieleicht wird es ja auch besser. Sonntag, Dezember 01, 2002
Endlich Sonne! Was für eine Wohltat! Gestern haben wir noch pflichtbewußt in Schlamm und Regen im Garten gearbeitet - um heute schon von Sonnenstrahlen geweckt zu werden. Ich kann schon verstehen, daß manche Leute im Herbst depressiv werden. Vieleicht war ich das graue Wetter und den vielen Regen auch nictmehr gewöhnt, weil in Boston immer blauer Himmel war, oder allermeistens. Jedenfalls ist es eine Wohltat, ohne Schirm und Mantel vors Haus gehen und sich die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Wir haben die Gelegenheit geutzt und gleich eine Radtour gemacht. dabei haben wir u.a. festgestellt, daß es von hier nach Öschingen mindestens 200 Höhenmeter den Berg hochgeht und alle Öschinger offensichtlich Sonntags bei schönem Wetter mit dem Auto auf dem Radweg rumfahren - schön wars trotzdem. Mir ist erst aufgefallen wie anders man bei langsamerer Reisegeschwindigkeit seine Umgebung wahrnimmt, als ich die knapp zehn Kilometer zur Arbeit mal gelaufen bin. Dazu habe ich statt einer (U-Bahn) bzw. einer halben (Auto) Stunde zweieinhalb Stunden gebraucht und war nur am Staunen, an was ich vorbeigelaufen bin ohne es zu sehen. Seither fahre ich gerne Fahrrad, weil man da vielmehr mitbekommt als mit dem Auto und trotzdem vom Fleck kommt - außer halt wenn man vor Öschingen den Berg hochschiebt. Nachdem ich mich jetzt einigermaßen erholt habe muss ich noch bügeln - vieleicht sieht mich ja Raffael wieder, für den ich - zumindest wenn ich bügle - immernoch eine Attraktion bin, weil er in den 10 Jahren seines jungen Lebens noch keinen Mann bügeln sehen hat. Jawohl das gibt es. Seine Mutter hat indessen versichert, daß ihr Mann schon bügeln könnte, jedenfalls solange es keine Hemden sindund er will. Ob ersich aber weigert oder der Bügelbedarf in einem bäuerlichen Familienbetrieb eher geringer ist weiss ich natürlich nicht. Nun denn - wir haben leider Bügelbedarf. |
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