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Samstag, Dezember 21, 2002
es ist zwar noch nicht Weihnachten... ...aber fast, weshalb wir heute, bevor die Verwandschaft anrückt, noch Großputz machen. Eigentlich schade: wenn der Besuch weg ist, kann man gerade wieder von vorne anfangen. Aber da man sich, ich zitiere, "vor den Nahkampfhausfrauen ja nicht blamieren will" muss es trotzdem sein. Also schwinge auch ich Besen und Schrubber und habe mit allen, die sich auch in unserer Lage befinden, Mitleid. Und dann kommt noch nichtmal Fussball im Radio! Freitag, Dezember 20, 2002
so also wird sie verspeisst, die gute... ...Pute: 1) Salat der Saison (ok ok, ich weiss die genaue Zusammensetzung noch nicht...) 2) junge Pute mit Brot-Gemüsefüllung in Sherrysauce, dazu Waldpilzstuffing, Rotkohl und Kartoffelpüree und für den Kenner (ich vermute, das beschränkt sich auf mich...) kandierte Süßkartoffeln 3) einen oder zwei Schnäpse (nach DEM Essen nötig) 4) Weihnachtsgebäck für alle die noch Hunger haben (außer meine Frau) 5) Gerne auch nochmal einen Schnaps, da das Weihnachtsgebäck ja auch magenfüllend .ist Ich wette, er ist krumm. Ich bin mir sogar sogut wie sicher. Nicht daß man es ihm ansehen würde. Im Gegenteil: ich habe ihn natürlich vorausahnend besonders genau unter die Lupe genommen. Von allen Seiten. Die Verkäuferin hat ihn so oft umdrehen müssen, daß sie am Schluss gemeint hat sie hätte für 1ß Euro jetzt genug gearbeitet, dazu noch morgends in der Kälte. Das alles wird aber nichts helfen. Vermutlich gibt es da geheime Reaktionen im Inneren. Zellen die auf Geldfluss oder Transport im Privatfahrzeug reagieren und dann die Spitze zur Seite neigen. Bisher nicht erforschte Vorgänge im Stoffwechsel. Warum ich mir so sicher bin? Solange ich denken kann und mein Vater noch gelebt hat gab es bei uns zuhause am Wochenende vor Heiligabend ein Ritual, daß damit begann, daß meine Frau Mamma zu meinem Vater, meinem Bruder und mir sagte, daß es an der Zeit sei einen Christbaum zu kaufen. In späteren Jahren, als wir der Gefahr gewahr waren, versuchten wir es mit Ausreden, etwa, daß wir noch Öl am Auto wechseln, oder nach Afrika fahren mussten, was aber nichts half. Auch alle Versuche, meine liebe Mutter mit zum kaufen des Christbaums zu nehmen schlugen aufgrund kochtechnischer oder weihnachtsbackseitiger Verpflichtungen fehl, so daß am Schluss mein Vater, mein Bruder und ich uns ohne weibliche Begleitung auf den Weg zum örtlichen Schwarzwaldtannenimporteur machten. Immerhin, wir waren dort nie die einzigen, üblicherweise traf man genug andere Männer, die in der Kälte die ordnungsgemäße Ausrichtung der Stämme südbadischer Nordmanntannen prüften. Teilweise sogar mit Präzisionsinstrumenten. Außer beim Schulrektor und beim Finanzbeamten war na sich auch sicher daß es sich um fremdbestimmtes Verhalten handelt und nickte sich wissend gegenseitig zu. Und jeder kannte den Satz, den der andere zuhause zu hören bekommen würde, sobald der Baum in Ständer stand: Der Baum ist krumm. Über die letzten Jahre habe ich die Sache vergessen, weil wir nie einen eigenen Christbaum hatten. Welche Erleichterung, wenn man mal auf der anderen Seite steht und nach einem "so ein schöner Baum!" zu seiner Frau "die Tanne hat beim wachsen auch zuviel gesoffen" flüstern kann. Hemmungslos! In diesem Jahr ließ es sich indes nicht vermeiden. Als gewiefter Familientaktiker habe ich versucht, Traditionen im eigenen Haaus garnicht erst aufkommen zu lassen und meine werte Frau sofort in den Kaufprozeß mit einzubeziehen. Im Endergebnis habe ich soeben alleine und auf eigene Verantwortung den Baum gekauft und vorher noch gattinenseits den Rat bekommen, bloß aufzupassen "daß er nicht krumm ist". Ich bin mir eigentlich sicher, daß er krumm ist. Auf dem Heimweg habe ich Weihnachtslieder gepfiffen und gedacht, daß wenn mein Bruder und mein Vater da wäre wäre es wie früher. Donnerstag, Dezember 19, 2002
Der gleiche Scheiss wie bei den Juristen: Als fleissiger Rechercheur zum Thema "Supply Chain Management" bin ich auf dem Supply Chain Management Server der Fraunhofergesellschaft gelandet (es ist nicht zu fassen was es alles gibt) um dort unter dem Titel "Begriffserklärung" zu lesen: "Über das Supply Chain Management existieren die unterschiedlichsten Auffassungen." Schön kann ich da nur sagen: Wie öfter, wenn sich keiner traut, einen Begriff aus dem Englischen zu übersetzen, liegt es daran, daß keiner weiss was es eigentlich bedeutet. Die new economy hat dieses Nichtwissen ja nicht gehindert, solches dann auch noch zu verkaufen, beziehungsweise es mindestens zu versuchen was zu verkaufen. Summa Sumarum ist meine Aufgabe offensichtlich, 4000 Zeichen über etwas abzulassen vom dem Keiner weiss was es eigentlich ist. Immerhin befinde ich mich da ja in guter Gesellschaft... Tröstlich, aber im Hinterkopf nagt doch das Posting eines gewissen nemaxforever, der zum überlebensfähigen Firmentyp der IT-Branche meinte "- Verkauft wird nicht "web based content customer relationship supply chain management bla bla bla", sondern stinknormale Software, die auf stinknormalen PC's sinnvolle Dinge tut.". Bezugnehmend auf erste Vermutungen, die ich gestern angestellt habe, könnte das zum Beispiel Software sein, die hilft, daß man nach dem Baden den Stöpsel rausbekommt. Dabei hab ich mir nämlich erst letztens die Fingernägel ruiniert. Aber so ist es halt, die wirklich wichtigen Dinge werden nicht erfunden... Dafür wohne ich hier: Daß ich zuschauen kann, wie die wenigen Strahlen der Dezembersonne sich durch den morgendlichen Eisnebel kämpfen, sich im Reif glitzernd reflektieren und der Hohenzollern schwimmt wie eine Insel in der Kälte. Guten Morgen. Geweckt hat mich der Bauer mit seinem Traktor. Wenn ich ihn auch nicht darum beneide, daß er bei der Kälte in aller Hergottsfrühe Traktor fahren muss , so muss ich schon sagen, daß ich mir heute die Zeiten zurückgewünscht habe als man noch Pferde benutzt hat, weil die nicht soviel Krach machen. Es sei denn man füttert Bohnen vieleicht. Mittwoch, Dezember 18, 2002
Job in Sicht? Wäre ich Kapitän eines Großseglers, dann wäre es Zeit den Schiffsjungen leeseits die Wanten hochzuschicken - aber Segelkurs ist erst heute abend (Mit Anmeldung zur theoretischen Prüfung!) und bis dahin kann ich mir überlegen, ob es ein gutes Zeichen ist, wenn man vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch 4000 Zeichen zum Thema "Supply Chain Management" ablassen darf. Aufteilung, Form und Herangehensweise sind mir überlassen, heißt es. Was das bedeutet haben sie mir im Bewerberseminar natürlich nicht beigebracht. Eins, soviel ist jedenfalls klar, heißt es nicht: Nämlich daß Aufteilung, Form und Herangehensweise mir überlassen sind, da bin ich mir jedenfalls sicher. Bis ich da näheres weiß, muß ich erstmal rausfinden, was "Supply Chain Management" ist - erste Vermutungen, daß es sich dabei um die Bedienung der Rolle der selbsteinholenden Stöpselkette unserer Badewanne handelt haben sich beim googlen als falsch erwiesen. Warum Google überigends "selbsteinholende" in "selbstheilende" korrigiert verstehe ich auch nicht. Ich stelle mir da immer ein paar launige Programmierer vor die sich allein beim Gedanken, daß mal jemand nach "selbsteinholende" suchen könnte, totlachen und der eine sagt dann "wer sowas sucht, der bekommt dann aber knallhart ein "selbstheilende" hingeknallt. Ich bin mir übrigends auch ziemlich sicher daß einer der Tomb-Raider-Programmierer irgendwo einen Lara-Strip versteckt hat und sich diebisch freut, daß ihn noch keiner gefunden hat. Ja Ja unsere Virtuosen an der Tastatur. Immerhin besser als von jemand zu verlangen, was über "Supply Chain Management" abzulassen. Nun gut, vieleicht sieht der Lütte im Top ja was, und wenn nicht, dann frage ich unseren Segelkursleiter, der als Langzeitarbeitsloser ja alle Tricks der Arbeitgeberseite kennen müsste. Oder ich frage ihn mal ob noch jemand zum Kursleiten oder Ketten organisieren braucht. Den Internetpräsens, einen Rechtsanwalt und antisocial, jaja, all das findet man, wer hätte das gedacht, auf den hinteren Rängen eines Schönheitswettbewerbs. Eigentlich ist das ja gemein, früher sah man nur die SiegerInnen, heute aber auch und gerade die, die leider vierter oder auch 763ter Sieger geworden sind, und sich noch artig für die vielen Stimmen, die sie bekommen haben, bedanken. Neu ist auch, daß brünftige Versicherungsvertreter mitmachen dürfen, wobei ich schon immer den Verdacht hatte, daß sie gerne würden. Ob bei Leder-Tina, nach eigener Auskunft stille Sekretärin, jemand den Verdacht hatte? Ich selbst habe den Verdacht, daß eine gewisse Nicole C. den Titel "Miss Dinslaken erfunden hat, um Ihren Lebenslauf aufzufrischen, jedenfalls taucht der Titel nur dort auf. Man kann sich natürlich fragen, wie schlau jemand ist, der, wenn er sich einen Titel erfindet, auf "Miss Dinslaken" kommt - vieleicht so schlau wie jemand der als Berufsbezeichnung "Software-Entwickl" angibt und ein "Internetpräsens" hat, oder jemand, der mit seiner Würstchenbude in Marbella versucht, Megaschnitten anzulocken. Da wähle ich doch lieber antisocial und überlege nebenher, ob die Kandidatur von Corvettefahrer Ivan, 25, bedeutet, daß die Russenmafia auch mitmacht. Leider ist die Anmeldefrist für dieses Jahr schon vorbei, weshalb ich mich für den Mister Homepage erst 2003 bewerben kann. Ich schwöre ich tue es, und wenn ich meine alten Socken ins Rennen schicke - und ich wäre ja auch nicht der erste Rechtsverdreher im Wettbewerb... Dienstag, Dezember 17, 2002
An Weihnachten kocht man, damit alle satt werden? Weit gefehlt! cooking.com bringt es auf den Punkt, es geht um Ruhm und Ehre, und den erreicht man angeblich am besten mit den dort auffindbaren Rezepten: "our holiday recipes will make you the most celebrated host this season" !! Weniger verlange ich auch nicht kann ich nur sagen. Wenn ich dieses Jahr Heiligabend schon damit verbringe, die gute Pute im Ofen zu überwachen und zu begießen, dann will ich wenigstens gefeiert werden. Als alter Realist weiß ich auch schon wie es kommen wird: Während meine werte Mutter mehrfach und ausdrücklich meine Frau für das Essen lobt, wird meine Schwiegermutter sicher den großen Arbeitsaufwand des Kochens im Allgemeinen beklagen, der sich ja garnicht lohnt, und hier und da anbringen, daß man doch auch essen gehen oder wenigstens was fertiges bestellen können hätte. Meine Oma hat sich freundlicherweise im Vorfeld schonwieder ausgeladen, weil sie doch zu ihren Lieblingsenkeln gehen darf. Immerhin, mein Schwiegervater wird vermutlich nichts sagen sondern essen. Damit wäre auch geklärt woher der Begriff "dankbare Esser" kommt: Ich jedenfalls bin immer dankbar wenn jemand von den Ergebnissen meiner Arbeit viel isst. Ich frage auch immer zweimal, ob ich noch nachlegen darf, da kenne ich keinen Pardon. Manchmal habe ich mich schon gefragt, ob ich deshalb gerne viel esse, damit wenigstens einer eindeutig von meinen Kochkünsten begeistert ist. (Ich hab am Anfang auch immer selber diese Site angeklickt damit ich Hits bekomme, aber das nur am Rande.) Egal ob ich der Star am weihnachtlichen Kochhimmel werde, jedenfalls war die Rezeptsuche für Heiligabend heute ein nettes Kontrastprogramm, zum gestrigen "saumäßig-erkältet-Bewerbungen-an-Organisationen-schreiben,-die-einen-nicht-einstellen, ". Was ich an Rezepten bisher gesammelt habe kann wer Lust hat übrigends hier anschauen. Die endgültige Menuefolge ist noch nicht entschieden; Vorschläge sind gerne willkommen. Ich überlege unter anderem noch ob ich als Beilage ein paar Süßkartoffeln machen soll, nur um das Gesicht meiner Mamma zu sehen, wenn sie reinbeißt. Nachdem aber meiner Frau, als sie die auch als Yams bekannten Erdäpfel in der Zubereitungsvariante unserer früheren Nachbarn probiert hat, mal schlecht geworden ist, bin ich mir nicht so sicher, ob ich es wagen soll. Man will ja kein Erbrochenes unter dem Christbaum... Montag, Dezember 16, 2002
Was machen Angestellte im öffentlichen Dienst tagsüber? womöglich in Newsgroups posten? Die Frage, wer eigentlich gegen ver.di streikt (vom Satzsinn her an sich eine dumme Frage, seit wann STREIKT man gegen Gewerkschaften) hat in de.talk.tagesgeschehen in zwei Stunden zu nicht weniger als sechzehn wütenden Protesten geführt. Besonders lässig ist die Argumentation von Heribert Klinger, der den öffentlichen Dienst aus der Marktwirtschaft herausnimmt und ganz klar keinen Bezug zwischen geleisteter Arbeit und Gehalt im öffentlichen Dienst sieht. Meine Rede! Vieleicht orientiert sich die Höhe des Gehaltes ja an der relativen Posting-Häufigkeit. P.S.: Wenn mir mal einer erklärt, wie man auf Newsgrouppostings verlinkt, dann verlinke ich beim nächsten Mal auch... [def: Reisemaultaschen] Der Begriff wurde offensichtlich im Oberschwäbischen für zu groß geratenes entwickelt, offensichtlich bemerkte jemand angesichts zu groß geratener Maultaschen, daß dies "eher Reisetaschen als Maultaschen" seien, woraus sich die "Reisemaultaschen" als Begriff für etwas unfaßbar großes eßbares entwickelt haben. Man lernt nie aus wen man jemand aus einer Region mit anderem Lokaldialekt heiratet. Die Oberländer sind dabei in Ihrer Ausdrucksweise durchaus landwirtschaftlich geprägt: Wären ich jemand den Rost runter tute, tut meine Frau ihm die Hennen hinein. Ob meine Frau mehr glänzt oder ich der König der Hühnerbaron bin kann ich nicht abschließend sagen... Sonntag, Dezember 15, 2002
Beschlossen und vrkündet: 1) Der Ehefrau des hier Schreibenden wird untersagt die auf dem Küchenschrank links in einer Blechdose befindlichen Weihnachtsgebäckstücke der Sorten "Vanillekipferl" und "Spitzbuben" zu essen. 2) Bei Zuwiderhandlung oder Rückfällingkeit erstreckt sich die Verfügung auch auf die weiteren anzufertigenden Sorten. Zur Begründung: Der Angeklagten war bekannt, daß Ihr Ehemann sich seit heute morgen, 9.00 Uhr in der Küche aufhielt um im Schweiße seines Angesichtes Weihnachtsgebäck anzufertigen. Trotzdem betrat sie gegen sechzehn Uhr, nach einem erholsamen Mittagsschlaf die Küche um sich auf Kosten Ihres Ehemannes zu belustigen. Im Folgenden bezeichnete sie die Ergebnisse langer, schweißtreibender Arbeit als "Reisemaultaschen", "zu trocken" und "anders als die von Frau K." und fragte mehrfach "hast du da genug Zucker hineingetan" sowie "bist du sicher daß die so schmecken müssen?", woraufhin sie, nicht ohne sich mit dem Gebäck einzudecken die Küche verließ. Der Kläger hat beschlossen, daß die Klägerin der Resultate seiner Arbeit nicht würdig ist, weshalb sie vom Verzehr derselben auszuschließen war. Der Kläger hat außerdem beschlossern nächstes Mal mehr Zucker und einen lockereren Teig zu verwenden, sowie insbesondere die mittlere Gebäckdicke zu reduzieren, jedoch seiner Frau daqvon nichts zu erzählen und zu behaupten nichts anders gemacht zu haben. Soweit das göttliche Wort. |