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Mittwoch, Mai 21, 2003
 
Stolz auf Hitler


ist immerhin CBS-Boss Moonves, wie man diesem Artikel bei Spiegel-Online entnehmen kann, gemeint hat er natürlich nur die hauseigene Serie über die Jugendjahre des Führers. Anscheinend ist er der Einzige, der der Serie etwas Positives abgewinnen kann. Alle anderen beschweren sich, weil der Hitler im Film nicht ihrem Bild von Hitler entspricht. Dem einen ist er zu meschlich, dem anderen zu oberflächlich, und wir Deutschen (vertreten durch den Spiegel), halten die ganze Serie für zu ungründlich recherchiert und umgesetzt (erfundene Inhalte, Schreibfehler in Ortsnamen) und schon deshalb für schlecht, aber auch weil wir mal wieder undifferenziert schlecht wegkommen.

Vermutlich schaut die Serie in den USA keiner an, weil sich dort sowieso jeder mit Hitler auskennt. Jedenfalls quatscht einen jeder damit voll. Wir wetten vor unseren Amerikatrips immer wie lange es dauert, bis wir auf das Thema Hitler angesprochen werden - beim letzten Mal waren es dreieinhalb Stunden (Pensionswirt, wußte das Hitler tot ist, hätte es als Deutscher damals besser gemacht).

Wir sind Hitlerkennern schon in den entlegensten Gegenden begnet, so etwa in einem Hochtal in Wyoming (Wildhüter, wußte nicht daß Hitler tot ist, fragte nach Parteimitgliedschaft), in den Rocky Mountains (Burgerverkäuferin, wußte nichts über Hitlers Verbleib, fragte ob wir Parteimitglieder sind), oder in Californien (Typ am Strand, hält Hitler für einen "bad guy with really bad vibrations").
Weiterbildungsbedarf kann ich bei sovielen Experten nicht erkennen. Auch der Film über "jungen Saddam" von dem ein Kritiker gemeint hat, der komme vermutlich auch noch, ist nicht nötig. Alles böse Buben, längst bekannt. Und wenns nur um die Jugend der bösen Buben geht, kommen die amerikanischen Helden nicht vor.

Amerika will Sieger sehen.



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