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George macht Politik.
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Samstag, Januar 25, 2003
...und dann noch... eine Stunde "Erinnerungen an Roy Black" angeschaut und die Stimmung ist engültig am Boden. Wenn ich jetzt noch "fool on the hill" oder "the boxer" im Radio höre fange ich mit heulen an. Dagegen kommt nichtmal der Grießtraum an, und das obwohl ich schon zwei gegessen habe. Stattdessen gehe ich jetzt schwimmen, "in dubio pro aqua" hat sich für meine Laune schon öfter als sehr nützliches Motto erwiesen. Blub blub! frustrierend: Wo bekommt man in Europa Apple-Ersatzteile? Ich muss allein zum nächsten Händler 40 km fahren, dort gibt´s für mein Wallstreet-Powerbook aber nur die unsägliche Apple-Reparaturflatrate. Wie ichs schreibe und im nächsten Satz meine schlechten Erfahrungen mit Gravis berichten und verlinken will, da merke ich daß der 7. Dezember fehlt in meinen Blogarchiven fehlt. Nicht, daß ich jeden Tag hier was schreibe, aber am jenem denkwürdigen Tag hatte ich mich ausführlichst über die Schnadtaten der oben genannten Firma im Zusammenhang mit mir als König Kunde aus gelassen. Just jener Text ist verschwunden. Weg. Aus den Archiven getilgt. Verloren. Muß ich mißtrauisch werden? Hat da der eine oder andere erklärte Apple-Fan die Finger im Spiel? oder der Herr selber? So sitze ich nun hier, an diesem trüben Samstag, mit kaputter Wallstreet-Tastatur und ohne Hoffnung und Sitemeter tut heute auch nicht,. Da hilft nur eins: Sofortige Einnahme eines Grießtraums von Ehrmann. Man gönnt sich ja sonst nix. Freitag, Januar 24, 2003
was ich in Vorstellungsgesprächen NICHT sage, aber schon gern gesagt hätte: [manic friday] warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten: man sollte sagen: "Weil mich der ganzheitliche Kommunikationsansatz ihrer Firma überzeugt. Öffentlichkeitsarbeit muß vom Printsektor bis zum Internetauftritt aus einem Guß sein, sonst wirkt sie nicht." man denkt: "Weil sie seit 3 Monaten die erste Firma sind, die mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat und es über vier Millionen Arbeitslose gibt." warum haben Sie ihr Ihr Universitätsexamen nicht mit sehr gut bestanden? man sollte sagen: "in meinem Fachbereich ist die Notenverteilung insgesamt anders gelagert als in den meisten Gesiteswissenschaften, über 60% meines Absolventenjahrgangs haben mit ausreichend abgeschlossen. Wie sie aus meinem Zeugnis sehen habe ich überdurchschnittlich abgeschlossen. man denkt: "Wenn sich noch einmal ein Neuphilologe erdreistet, was über mein Examen zu sagen, schlage ich zu. Oder fange mit heulen an, weil es schon soweit gekommen ist, daß man sich sowas fragen lassen muß. Vieleicht hätte ich auch so ein Kinderfach studieren sollen. Die Welt ist schlecht." Welche Schwächen haben sie? man sollte sagen: "Meines Erachtens habe ich keine Schwächen, die meine Tätigkeit bei Ihnen beeinträchtigen könnten. Meine Frau sagt manchmal ich würde zuviel arbeiten, aber das betrachte ich nicht als Schwäche. Ich will eben Ergebnisse sehen und arbeite solange bis das Ergebnis stimmt." man denkt: "Mal ganz im Ernst, angenommen ich würde regelmäßig fluchen, mir vor Kunden in der Nase popeln oder mich am Hintern kratzen oder täglich nach dem Essen ein Stündchen Büroschlaf halten. Dann würde ich es ganz sicher hier und jetzt nicht sagen." Was erwarten sie von einer Arbeitsstelle? man sollte sagen: "Eine Tätigkeit, bei der ich meine Talente effektiv und ergebnisorientiert einsetzen kann. Motivierte Kollegen, spannende Herausforderungen. Ich bin bereit Leistung zu bringen und fühle mich da wohl ich Leistung bringen kann. man denkt: "ein vierzehntes Monatsgehalt, keine Überstunden, viel Urlaub und einen Chef und Kollegen, die einem nicht auf den Zeiger gehen. Vorallem Letzeres." Wie schnell könnten Sie bei uns anfangen? man sollte sagen: "ich habe in den nächsten zwei Wochen noch einige Termine bei anderen Unternehmen, aber wenn wir zu einer Vereinbarung kommen, dann ließe sich da bei bedarf sicher was machen" man denkt: "gestern. Ich mache alles. ich knie auch nieder und fange mit heulen an wenn ich hier nicht arbeiten darf. Ganz im ernst. Und was ich noch fragen wollte, wann überweisen Sie das erste Mal die Kohle?" Auf in den Kampf! Montag gehts schonwieder zu einer netten Unterhaltung mit Leuten, die die harten Fragen stellen. Donnerstag, Januar 23, 2003
Die Risiskoarmut deutscher Mittelklasselimousinen bedingt unüberlegte Bleistiftanschaffungen Es gibt nichts langweiligeres als nach Indien zu fliegen. Allein die Vorstellung, 12 Stunden im Flieger zu sitzen reibt einem die Tränen in die Augen. Herr Gärtner ht dagegen letztens im Fernsehen erzählt, er habe ebendiese Reise samt seiner Freundin und seinem VW-Bus inmitten eines Rudels Enten bestritten. Seiner Auskunft nach war die Fahrt mit Zwischenstopps in einschlägigen Kaffeehäusern die beste Reise seines Lebens. Wenn mein Vater von seinen Fahrten im NSU-Prinz, den er zusammen mit meiner Tante besessen hat, erzählt, war er auch immer ganz gerührt und latent abenteuerlustig. Eindeuting im selben Fahrwasser befindet sich auch mein Herr Bruder, der soeben berichtet hat, daß er samt 3 anderen kranken Gestalten unter Einsatz des fertigsten Autos, in dem ich je mitgefahren bin, von Washington über Detroit nach Toronto und zu den Niagara-Fällen und wieder heim gefahren ist. Hätte er die gleiche Tour im Reisebus gemacht, dann wäre er in USA für einen typischen Butterfahrttouristen gehalten worden. So wandelt er auf den Spuren von Humboldt und Columbus, der Gefahr ins Auge schauend, aufgebrochen um neue Welten zu erobern. Mit einem Auto, das stehen bleiben kann durch Detroiter Vororte zu fahren ist aber auch wirklich gefährlich, das sei immerhin am Rande erwähnt. Ich dagegen fahre Audi, bei dem nur das Risiko besteht, daß man für jemand gehalten wird, der Audi 100 fährt und gehe wochenends ab und an gern ins Thermalbad. Immerhin kann ich mir die anschließende Tanzveranstaltung an der Konzertmuschel im Kurpark meistens verkneifen. Es gehen aber Gerüchte, daß ich schon inkognito im Kurkafee beim Tortenverzehr gesichtet worden sei. Dazu möchte ich aber im Moment nichts sagen. Summa sumarum: ich werde für einen risikoscheuen Menschen gehalten. Dabei scheue ich das Risiko durchaus nicht: So kaufe ich beim Bäcker üblicherweise Brezeln ohne auf diejenigen Brezeln zu zeigen, die in die Tüte gepackt werden, ohne dabei das Risiko zu scheuen, die zu bekommen die keiner will. Ich habe beim örtlichen Italiener auch schon mehrfach die Überraschungspizza bestellt und lasse mich durch keine Sturmwarnung vom Weg zum Mülleimer abhalten. Ich wechsle manchmal auch freiwillg die Bleistiftmarke. Oder ich behaupte ohne Sinn und not, daß ich risikoscheu wäre, und Flüge nach Indien langweilig sind. Mittwoch, Januar 22, 2003
also gut, ihr dürft ja... anscheinend habe ich polarisiert, jedenfalls haben sich ein paar Leute gemeldet, die auch was sagen wollen. Nachdem meine Firewall sich heute morgen schon einem Nuke -Angriff ausgesetzt gesehen hat, bin ich zu dem Schluss gekommen, daß ich lieber freiwillig die Möglichkeit zum kommentieren schaffe. Sonst geht´s mir am Schluss wie der Bundeswehr oder Herr Schröder schickt noch ooWecker vorbei. Wollen wir ja nicht. Also, sagts halt was zu sagen gibt. Bis das Design stimmt dauert´s vermutlich noch ein zwei Tage. Was für ein Tag! ![]() [01/22/03 - Good morning sun!] DAS Wetter und zwei neue Vorstellungsgesprächtermine - da ist es nur zwangsläufig, daß die Waage auch noch 400g weniger anzeigt. Zur Feier des Tages schau ich mir jetzt erstmal die Großstadtrevier-Wiederholung an und trinke einen Extrakaffee. Seit gestern wippe ich dauernd versehentlich mit dem Fuß und singe lauthals alte Bap-Songs. Beim schwimmen wäre ich fast ertrunken, als ich unter Wasser zum Refrain von "lasse doch reden" angesetzt habe. Langsam wird mir immer klarer, weshalb unser Kanzler Herrn Niedecken als Waffe einsetzen will. Dienstag, Januar 21, 2003
geballte Fachkompetenz Günther Grass schreibt Geschichten. Herr Niedecken singt Lieder. Frau Ebstein gibt es immernoch. Herr Geißendörfer ist Schöpfer einer Soap Opera namens Lindenstraße und Herr Breinersdorfer schreibt Kriminalgeschichten. Angesichts dieser Qualifikationen verstehe ich vollkommen, daß der Kanzler diese launige Runde am Montag in seiner Residenz zur Diskussion der Lage im Irak einbestellt hat. Nein, ehrlich, wer mich kennt, der weiß, daß ich, wenn Entscheidungen anstehen, immer auf Fachkompetenz vertraue. So habe ich erst letztens angesichts drohender Gefahr für meine Kreditlinie die Malklasse "abstraktes Aquarell II" der Volkshochschule zu einer Dringlichkeitssitzung einbestellt. Bei außenpolitischen Problemen neige ich eher zum Posaunenchor, da der auch ganz praktisch eingebunden werden kann: So wurde ich erst letztens, als ich am Telefon ein nettes Gespräch mit amerikanischen Freunden hatte, im Hintergrund durch "God bless amerika" untermalt, was sehr gut ankam. Wo käme man nur hin, wenn man keine Freunde hätte, die sich auskennen? Wo werden denn heute noch Probleme gelöst, wenn nicht in der Lindenstraße? Ich bin mir sicher daß eine der Töchter in der Serie demnächst mit einem Freund ankommt, der von Beruf Diktator ist und Sadam heißt. Wer sagt dem Busch denn noch die Meinung, und außerdem, daß in Danzig mal komische Leute gewohnt haben, außer Herrn Grass? Hä; WER? Richtig - keiner. "Verdammt lang her, dat do mo wat passiert is", wenn ich Herrn Niedecken zitieren darf, der mir sonst auch dorsch, Verzeihung, durch "Katzenpiesel ond Jasmin" bekannt ist. Wenn ich an Bap denke zuckt in seliger Erinnerung an die Jugend die Rechte zum Feuerzeug und die Linke zum Kölsch. Wie ich höre, soll Herr Niedecken aufgrund seines selbst für Döötsche, Verzeihung, Deutsche schwer entschlüsselbaren Dialektes zusammen mit Frau Ebstein als Frau an seiner Seite ooWecker bei gefährlichen Auslandseinsätzen unterstützen. Daß der Feind im Westen lauert Ob die Moral des Feindes durch die gezielte Sendung von Tatort-Wiederholungen oder den massenweisen Abwurf von Grass-Romanen untergraben wird ist noch nicht ausdiskutiert. Das können dann ja die anderen ausdiskutieren. Die anderen? Hab ichs nicht erwähnt? Wie Herr Kulick im Spiegel erwähnt nahmen "Ferner [...] Friedensforscher, Kirchenvertreter und Verfassungsrechtler an der Runde teil." Selbst beim Spiegel sind sie jetzt so weit, daß sie die unwichtigen Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen auch noch in Nebensätze packen. Montag, Januar 20, 2003
Das erfordert Maßnahmen Ich beglückwünsche die Tübinger Diakonie zu Ihren aktiven Sekretärinnen: Als ich vorher mit der Personalabteilung telefonieren wollte, wurde mir kurz und bündig gesagt, daß es keine offenen Stellen gebe, weshalb ich nicht verbunden würde. Nicht etwa auf Anweisung, nein selbstständig wimmelt die Sekretärin alle Suchenden ab: Sie sei im Betriebsrat und müsse es ja wissen, ob es offene Stellen gebe und überhaupt habe ich nicht die richtige Qualifikation für meine Wunscharbeit, da würden sie nur Pfarrer einstellen. Meine zarte Anregung, daß ich solcherlei Details lieber mit einem Personalverantwortlichen besprechen würde, wurde unwirsch mit dem Hinweis abgetan, wenn da was wäre wüßte sie es. Für den Fall, daß hier mal die Tübinger Diakonie anruft habe ich vorher über dem Telefon neue Richtlinien ausgehängt: 1) Es ist darauf zu achten, daß der Anrufer mindestens zehn mal den Text "bitte legen sie nicht auf, sie werden gleich verbunden" in deutsch und englisch zu hören bekommt, jedesmal gefolgt von einem lauten Piepston. 2) Danach meldet sich die "Abteilung Gebäude- und Grünflächen Management,[Name unverständlich] am Apparat" und weist themenunabhängig auf die eigene Unzuständigkeit hin. 3) Soweit der Wunsch besteht, verbunden zu werden, ist weiter wie in Punkt 1 zu verfahren, ansonsten wird Punkt 4 sofort durchgeführt. 4) Der Anrufer wird wahlweise an den Telefoncomputer von American Express, der Telekom oder der Lufthansa weiterverbunden. Rache ist süss - muß nur noch einer anrufen. technischer Hinweis für Freunde des RSS-Feeds Nachdem im bisherigen RSS-Feed dieser Site offensichtlich Fehler enthalten sind, hat freundlicherweise Ulf ein eigenes Skript für mich geschrieben und gleich auch noch mit Lob & Tadel verbunden. Das neue Skript funktioniert tadellos, die URL, für alle die sie verwenden wollen, findet sich unter dem XML-Button oder hier (wer als Nostalgiker voidstar weiterverwenden will, kann das auch weiterhin tun). Vielen Dank Ulf!! Alle anderen: Syndicate me!! P.S. Irgendwie bin ich heute verlinkend drauf. Sonntag, Januar 19, 2003
Witzig: Wenn ich die volle Kaffeetasse über die Antenne der WLAN-Karte an meinem Notebook halte, sinkt die Verbindungsgeschwindigkeit merklich. Inwieweit sich das Ganze auf den Kaffee auswirkt, kann ich noch nicht beurteilen. Ob er sich mit Daten anreichert? Da ich, wie erwähnt, gerade Hal Faber lese, würde dann ja sozusagen aus Heiß- ein Heisegetränk. Wohl bekomms! Fast unwirklich - einer dieser Januarsonntagnachmittage - dunstig, lichtdurchflutet, ein paar Spaziergänger weit draussen auf den reifstarren, frischgepflügten Feldern. Einer spielt mit seinem Hund. Ein warmer Platz am Fenster, Hal Faber´s Kolumne auf dem Bildschirm und dazu ein Täßchen frischen Kaffees - mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein, jedenfalls nicht hier und heute. Schönen Sonntag! |