AllButMe.com

Freitag, März 07, 2003
 
Freizeitkürzung


Jetzt ist schon Samstagmorgen, und es kommt mir vor, als wäre ich höchstens seit fünf Minuten im Wochenende. Na gut, sagen wir zehn. Und dazu, freie Zeit zu haben komme ich garnicht: Im Keller wartet Arbeit, heute Mittag und morgen Mittag warten Leute auf unseren Besuch und morgen früh wartet eine Ausstellung. Das nenne ich ein effektiv genutztes Wochenende.
Von erholsam kann dagegen keine Rede sein, aber dafür darf man ja am Montag wieder zur Arbeit...


 
Diskussionsobjekt


Wo soll ich anfangen? Also, freundlicherweise hat ein mir bisher nicht näher Herr Michael diese Website auf einer seiner Websites erwähnt. Ich bin ganz froh, daß er mich nicht auf dieser erwähnt hat, weil man da z.B. als Jesus schlecht wegkommt, aber ich bin ja auch nicht Jesus.
So weit so gut, wenn Herr Michael nicht geschrieben hätte, daß allbutme.com ein privates blog ist. Diese Tatsache war einem mir bisher auch nicht bekannten Herrn Moe ein Dorn im Auge.
Der hat nämlich offensichtlich die letztens eingebauten Werbebanner auf dieser Seite erspäht, und und meint, ein blog mit Werbung sei nicht privat, oder Werbung zieme sich nicht für ein privates blog. Das jedenfalls tut er als Kommentar auf der Seite von Herrn Michael und auf seiner eigenen Seite kund.
Mit Erschrecken muß ich erkennen, daß ich mich, meine Authentizität und diese Website dem schnöden Mammon geopfert habe, und das als stinkiger Hobbyblogger. Schamlos habe ich Wahrheit und Ehre an Tschibo verhökert und an eine Partnervermittlung, die überigends (aber nur unter uns), eine lustige Website hat.

Was für eine Schande! Die philosophisch-theorethischen Grundlagen des bloggens sind an mir vorüber gezogen. Deshalb bin ich dankbar, daß es Leute wie Herrn Moe gibt, die aufpassen, daß Dummerchen wie ichkeine Fehler machen.
Ich habe in einem Anfall von Entschlossenheit meiner Frau gesagt, daß wir ab morgen nur noch Jakobs-Kaffee trinken, ohne viel Federlesens! Und die Banner kommen auch weg, damit wieder alles ganz privat ist. Dann werden wir mal sehen, wer hier privat sein kann! Da bin ich dann so privat, daß ich nixmehr schreibe, oder was schreibe und dann im blog nur schreibe, daß ich was geschrieben habe. Mehr gibts nicht, damit es hier nicht unprivat wird oder gar komerziell.
Da schüttelt es mich direkt, von soviel Öffentlichkeit.





 
Friday on my mind


Kaum habe ich die ersten paar Tage als Mitglied der arbeitenden Bevölkerung hinter mich gebracht und schon belohnt mich das Leben. Just heute darf ich das worauf ich seit Monaten gewartet haben. Was ich neidvoll bei der arbeitenden Bevölkerung beobachtet habe, danebenstehend, ausgeschlossen, eindeutig als nicht produktiver Teil der Gesellschaft geoutet.
Jawohl, seit Montag darf ich mich wieder ofiziell aufs Wochenende freuen. Schon heute morgen bin ich mit einem erleichterten Seufzer aufgewacht, habe beim rasieren fröhlich beim Radio mitgepfiffen, den freitagsverkündenden Moderator gut gefunden und beim rausgehen das Wetter auf Wochenendtauglichkeit geprüft.
Welch süße Lust!
Heute mittag gönne ich mir zur Krönung ein halbes Stündchen Gleitzeit.

Thank god it´s friday!


Donnerstag, März 06, 2003
 
Kleine Rache für Pendelschwierigkeiten


Ein Lokführer ist gerade in den Bahnhof eingefahren. Er beugt sich aus dem Fenster seiner Lok und fragt den kleinen Jungen auf dem Bahnsteig: "Na, willst du auch Lokführer werden?"
Der Junge antwortet:"Nein, aber mein Bruder, der faule Sack!"

In diesem Sinne weiterhin viel Spaß beim streiken!


Mittwoch, März 05, 2003
 
Radfahrhypothesen


Radfahren wär´ meine
Lieblingsforbewegungsart
wäre der Sattel
nicht so hart.

Besser wärs noch
in der Tat
ginge der Radweg
nur bergab.

Und perfekt
käm es mir vor
hätte das Rad
noch einen Motor.

Leider ist das
nicht der Fall
so schmerzt der Hintern
und ich tret´ ganz normal.


 
Problemwechsel


Der Arbeitsalltag bringt ungeahnte Probleme mit sich, so etwa, daß meine Mittagessendose leckt, was bei der Füllung mit Müsli (ja mein Arbeitgeber hat einen alternativen Drall) zu rucksacktechnisch bedenklichen Ergebnissen führt. Neben einem neuen Rucksack brauche ich deshalb eine neue Vesperdose.
Umfangreiche Recherchen in Profihausfrauenkreisen haben zu dem Ergebnis geführt, daß das einzige Behältnis mit Dichtheitsgarantie die klassische Runddose von Tupper ist. Dumm nur, daß man die nicht im Laden kaufen kann. Unabhängig von meinem klassischen Runddosenbedarf hoffe ich seit Jahren auf eine Einladung zu einer Tupperparty.
Schon mehrfach habe ich in der Nähe bekannter Tupperpartygängerinnen erwähnt, daß ich mir gut vorstellen könnte, auf eine Tupperparty zu gehen. Tupperbezogenen Gesprächsbeiträgen habe ich immer größte Aufmerksamkeit gezollt, oftmals auch noch unter Verwendung bekräftigender Interessemarker, wie "Das ist ja spannend!" oder "Ich bin begeistert!"
Es hilft nichts. Keine lädt mich ein. Ich glaube mittlerweile, daß bei Tupperparties das Küchengerät nur zur Tarnung verkauft wird. Alle Männer, die ich darauf angesprochen habe, waren auch noch nie eingeladen. Selbst Ehepartner von Veranstalterinnen werden am T-Day regelmäßig des Hauses verwiesen.
Da geht irgendetwas seltsames vor, entweder wird da die feministische Weltrevolution geplant oder mit verbotenen Kosmetika gehandelt.

Das hilft mir mit meinem Müsli aber leider auch nicht weiter.


Dienstag, März 04, 2003
 
Narri Narro


"Jeder Trauerzug im Oberland ist lustiger als der Stuttgarter Fasnetsumzug", heißt es hier in Schwaben.
Da kann ich nur hoffen, daß dementsprechend wenig Leute downtown sind und ich trotz allen närrischen Treibens wohlbehalten heimkomme...


Montag, März 03, 2003
 
...und sag einen Gruss!


Die Leute erzählen mir seltsame Sachen, daran bin ich gewöhnt. Habe ich ein Gesicht, das fremden Leuten signalisiert, daß ich tauglich und willens bin, die Last der Welt auf mich zu nehmen?
Vermittle ich das Gefühl, ich verstände alles?
Jedenfalls kenne ich die Namen verflossener Liebschaften von Straßenbahnbekanntschaften meistens nach fünf Minuten, die Gefühle beim Dahinscheiden des Pappageis nach einer Viertelstunde, und ein Transatlantikflug endet meist in einer umfassenden Lebensbeichte.
Gerüchte, ich hätte nur geheiratet, um zukünftig nicht allein unterwegs, und damit anfällig für Begegnungen mit Fremden zu sein, stimmen allerdings nicht.
Wen wundert es bei solchen Vorraussetzungen, daß auch die Besatzung des Hallenbades, die ich durch meinem bereits berichteten Schwimmuntericht kennenlerne, alles erzählen will?

Nach einigen eher peinlichen Versuchen, die Kunst des Kraulschwimmens zu erlernen, ist mir schon bekannt, daß der eine Bademeister eigentlich gerne Profilangstrecjenläufer ware und seine Beine sexy findet, während der andere begeisterter Hobbykanut ist und letztes Jahr mit 100€ zwei Wochen in Urlaub gefaqhren ist. Dabei hat er zur Entlastung des Budgets seine Kinder hauptsächlich mit Salat aus selbst gesammelten Brenesseln gefüttert und empfiehlt dies zur Nachahmung. Seine gesammelten Camping- Kindererziehungs- und Autoweisheiten wiederzugeben, hieße den Rahmen dieser Website zu sprengen.
Weiterhin kenne ich auch seinen Fahrradpark seinen Bootspark und seine Lohnsteuerkarten. Ja auch die seiner Frau.
Soweit ist alles normal, der übliche Gang der Dinge, bis die Sache mit dem Grüßen angefangen hat. Das läßt mich nervös und hilflos und verhindert meinen Nachtschlaf. So geht es nicht:

Seit letzter Woche trägt der Herr Schwimm und Meister mir täglich auf, einen Gruss auszuichten, sagt aber nicht an wen. In aller Selbstverständlichkeit ruft er mir jedesmal im Weggehen ein fröhliches “und gell, sagsch an Gruss!” mit auf den Weg. Er geht offensichtlich fest davon aus, daß ich weiss, wem ich den Gruß ausrichten soll.
Seither forsche ich nach dem Grußempfänger.
Nachdem ich Frau und Verwandschaft bis zum dritten Grad schon erfolgreich ausgeschlossen habe muss es jemand im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft sein. Hier gestaltet sich die Recherche eher schwierig, will man doch nach dem erfolgreichen Absolvieren von Schule und Universität nicht unbedingt freimütig zugeben, daß man einen Schwimmkurs nötig hat. Dementsprechend verbietet sich natürlich die direkte Nachfrage. Erste Versuche mit einer überraschenden, willkürlichen Nennung des Bademeisternamens mitten im Gespräch haben zu keinem verwertbaren Ergebnis gefürt, wobei dies auch auf den sehr gebräuchlichen Nachnahmen des Bademeisters zurückzuführen sein dürfte.

Der einmalige Versuch, auf im Schwimmkurs befindliche Kinder zu verweisen, war fatal, da die nachfolgende Bekämpfung des Gerüchtes, wir hätten überraschend Nachwuchs bekommen, nur teilweise erfolgreich war.
Zu den Unbelehrbaren zählt der örtliche Versicherungsvertreter, der uns jetzt immer auffordert, durch den Abschluss mannigfaltiger Versicherungen für die Zukunft unseres Kindes zu sorgen. Das örtliche Autohaus schickt uns auch nur noch Prospekte für Kombis und Vans.

Vom Stellen der Frage nach Hallenbädern im Umkreis und Ihren Beschäftigten im allgemeinen habe ich mittlerweile auch die Schnauze voll. Was anfangs eine gute List zu sein schien, hat sich schnell als sehr informationsintensiv herausgestellt. Schon nach dem vierten Einsatz dieser Methode kenne ich die Orte mit Hallenbädern im Umkreis nunmehr auswendig, komplett mit den Namen der Bademeister, den Öffnungszeiten und Putzfrauen, sowie der kommunalpolitischen Brisanz der Finanzierung.
Es ist erstaunlich wie sehr die Hallenbadangelegenheiten die Volksseele bewegen. Persönlich kennt meinen Bademeister aber niemand nähers, so daß ich nachwivor im Grüßnotstand bin.

Als einzig gangbare Lösung bleibt mir die schamlose Lüge. Jedes Mal am Ende des Kurses verspreche ich, den Gruss auszurichten. Ich zwinkere wissend, werfe locker ein „geht klar!“ in die Runde und haue ab. Und jedes mal muss dann einer ungegrüßt ins Bett gehen.
Die Welt ist schlecht!
Irgendwann werde ich nichtsmehr sagen. Ich kann dann nur für ihn hoffen, daß er schwimmen kann.



 
ok,


also die Eisenbahner haben schonmal nicht gestreikt und ich habe mich auch nicht beim rasieren geschnitten. Das fängt ja gut an!

Vielen Dank für alle Glückwünsche!


Sonntag, März 02, 2003
 
zwangsläufige Entwicklung


Morgen fange ich an meiner neuen Arbeitsstelle an. Voller Elan habe ich mein Fahrrad schon für den Weg zum Bahnhof hingerichtet und mir eine Monatskarte für die Bahn gekauft.
Da trifft es sich gut, daß es nach einem Monat Sonne seit einer halben Stunde mit schütten anfängt und ich in den Nachrichten höre, daß vermutlich mit den größten Eisenbahner-Streiks seit langem zu rechnen ist.
Ich muss morgen garnicht aufpassen. Ich weiß jetzt schon, daß ich mich saumäßig beim Rasieren schneiden werde, und wenn ich einen Maroschaber dazu verwende.

Thats life!