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Donnerstag, Mai 22, 2003
 
Puhh

Also, ein Powerbook braucht keine Treiber für Digitalkameras weil OSX so modern ist. Weshalb dann aber iphoto Bilder im Raw-Format die auf der Kamera sind einfach ignoriert, weil es sie offensichtlich nicht öffnen kann, wenn es sie nur auf die Festplatte speichern müßte, damit man sie mit dem (beiliegenden!) Konverter öffnen kann, verstehe ich nicht.

Etwa so komliziert, wie der letzte Satz war es, an die Bilder ranzukommen.
Ich musste sie - Schande! - mit einer Windowskiste runterziehen, auf CD brennen, von der CD auf die Festplatte kopieren und dann konnte ich sie bearbeiten.
Was da wohl der Vater von Janie Porche gesagt hätte?

Zwar lieb´ ich meinen Mac, zum Affen würde ich mich aber nicht dafür machen.


Mittwoch, Mai 21, 2003
 
Eine Kuh

wäre vermutlich groß genug um der Menge Herr zu werden, aber etwas unhandlich. Ein Schaf allein würde es sicher nicht schaffen und wenn man es mit Hühnern versuchen wollte, müsste man die Sache im großen Stil angehen. Ich spreche vom Verwerten der Unmenge an Unkraut, die wir gerade fast allabendlich aus unseren Blumen- und Gemüsebeeten entfernen.

Es ist noch nicht Juni und wir haben schon den zweiten Komposthaufen – im Schwäbischen übrigens „Miste“ genannt – eröffnet. Da wäre so ein Biomasse-Vertilger, der auch noch passablen Dünger produziert und, je nach Art, Milch, Wolle oder Eier, in jedem Fall aber Fleisch liefert, nicht zu verachten. Die Vorstellung, all die widerspenstigen Löwenzähne Ob des im Vergleich zur Miste deutlich erhöhten Pflegeaufwandes haben wir uns aber bisher nicht dafür entscheiden können.

Wenn aber, und da bin ich durchaus Freund der Gentechnik, mal einer eine Kuh erfinden würde, die mit zarten Lippen das Unkraut direkt zwischen meinen Rosen rauszupft und dann noch zielgerichtet da hinscheißt, wo gedüngt werden muss, dann würde ich schwach werden.

Im Gedenken an eine legendäre Kuh meiner Oma würde ich sie Liesel nennen und sicher auch einen finden, der sie täglich melkt, aber vielleicht könnte man sich da ja auch was einfallen lassen. Wird ja sonst auch jeder Scheiß erfunden.


 
Stolz auf Hitler


ist immerhin CBS-Boss Moonves, wie man diesem Artikel bei Spiegel-Online entnehmen kann, gemeint hat er natürlich nur die hauseigene Serie über die Jugendjahre des Führers. Anscheinend ist er der Einzige, der der Serie etwas Positives abgewinnen kann. Alle anderen beschweren sich, weil der Hitler im Film nicht ihrem Bild von Hitler entspricht. Dem einen ist er zu meschlich, dem anderen zu oberflächlich, und wir Deutschen (vertreten durch den Spiegel), halten die ganze Serie für zu ungründlich recherchiert und umgesetzt (erfundene Inhalte, Schreibfehler in Ortsnamen) und schon deshalb für schlecht, aber auch weil wir mal wieder undifferenziert schlecht wegkommen.

Vermutlich schaut die Serie in den USA keiner an, weil sich dort sowieso jeder mit Hitler auskennt. Jedenfalls quatscht einen jeder damit voll. Wir wetten vor unseren Amerikatrips immer wie lange es dauert, bis wir auf das Thema Hitler angesprochen werden - beim letzten Mal waren es dreieinhalb Stunden (Pensionswirt, wußte das Hitler tot ist, hätte es als Deutscher damals besser gemacht).

Wir sind Hitlerkennern schon in den entlegensten Gegenden begnet, so etwa in einem Hochtal in Wyoming (Wildhüter, wußte nicht daß Hitler tot ist, fragte nach Parteimitgliedschaft), in den Rocky Mountains (Burgerverkäuferin, wußte nichts über Hitlers Verbleib, fragte ob wir Parteimitglieder sind), oder in Californien (Typ am Strand, hält Hitler für einen "bad guy with really bad vibrations").
Weiterbildungsbedarf kann ich bei sovielen Experten nicht erkennen. Auch der Film über "jungen Saddam" von dem ein Kritiker gemeint hat, der komme vermutlich auch noch, ist nicht nötig. Alles böse Buben, längst bekannt. Und wenns nur um die Jugend der bösen Buben geht, kommen die amerikanischen Helden nicht vor.

Amerika will Sieger sehen.




Dienstag, Mai 20, 2003
 
Es atmet,

das behauptet jedenfalls Chris vom G4-Powerbook, und zwar nicht nur, weil er, wie vermutlich jeder Mac-Besitzer [heimlich] davon überzeugt ist, dass sein Computer lebt, sondern weil am Powerbook, wenn es schläft, ein bläuliches Licht im Rhytmus ruhigen Schlafatmens pulsiert.
Mir wäre es lieber, es würde nicht so hell schnaufen. Als wir das Powerbook nach einem gemütlichen Surf- /und DVD-Abend (leider mit nicht immer nachvollziehbaren Filminhalten) unters Bett gestellt und das Licht ausgemacht hatten, wurde der Raum von einem gespenstischen, pulsierenden Leuchten erfüllt, fast ein Glühen unter dem Bett. Wir hatten bereits Geister (Ton fehlt), den Viehtranstransporter (kommt Mittwochs und leuchtet nicht unter dem Bett, sowie Feuer (zu kalt), Hagelschlag (war schon Mittags) und Wetterleuchten (wir sind nicht in der Nähe des Polarkreises) per Differenzialdiagnose ausgeschlossen, bis uns dann einfiel, daß das Powerbook der Grund der Erscheinung sein könnte.

Solange es atmet, muss es jetzt woanders schlafen.


 
Erdkunde sechs. Setzen.

Es ist nicht gut Filme anzuschauen, deren Schauplätze man zu gut kennt. Gestern haben wir gemütlich „Vaya con dios“ angeschaut, bis die Mönche von in Stuttgart in den Zug nach Italien gestiegen sind und dann in Karlsruhe rauskamen.
Zuerst dachten wir, der Gag wäre, dass die Jungs aus Dummheit in den falschen Zug gestiegen wären, aber nur bis der eine Bruder mit dem Schaffner ins Gespräch gekommen ist. Anscheinend hätten sie vergessen umzusteigen, weil sie geschlafen hätten hat der Mönch dem Schaffner erklärt.
Der Zug von Stuttgart nach Karlsruhe hält in Bruchsal, wo es außer einem Knast nix gibt, und manchmal in Pforzheim, wo es außer ein paar bankrotten Schmuckfirmen auch nicht viel gibt, jedenfalls in beiden Fällen keine Verbindung nach Italien.

Das wäre auch unnötig, da von Stuttgart direkt Züge nach Italien fahren, zum Beispiel der Cisalpino, den ich öfter aus der S-Bahn sehe. Karlsruhe befindet sich nördlich von Stuttgart, wogegen sich Italien südlich von Stuttgart befindet, weshalb eine Verbindung nach Italien über Karlsruhe höchstens für Badener in Frage kommt, und auch nur aus lokalpatriotischen Gründen.

Dass die ganzen Stuttgarter in dem Film mit eindeutig ostdeutschen Zungenschlag reden, hätte ich ja noch verschmerzt, aber ab der Szene auf dem Karlsruher Hauptbahnhof hatte ich das Gefühl, der Film verarscht mich irgendwie.


Montag, Mai 19, 2003
 
Kirchenlieder


Seit zwei Tagen überlege ich, an was mich das Grönemeyer-Konzert erinnert hat, und es sind Kirchenlieder.
Auf den CDs ist mir der hymnische Charakter vieler Lieder gar nicht aufgefallen. Aber wenn Herbert auf der Bühne steht, mit ausgebreiteten Armen, gütig den Fans zunickend, und das Publikum stimmt als Chor in den Refrain ein, dann hat das was von Gottesdienst, Prozession, Messe. Und dass irgendeiner um uns rum eine Tüte geraucht hat, hat zur versöhnlichen, mystischen, ekstatischen Stimmung durchaus beigetragen.
Der Herr leitet seine Schäfchen zum Lobpreis an, und das für nur dreißig Euro. Das Seelenheil ist günstig zu haben dieser Tage...